SpOn 04.12.2025
14:36 Uhr

»Guter Fisch«-Liste wächst – zumindest ein wenig


Welchen Fisch kann man essen, ohne bedrohte Bestände zu schädigen? Die »Guter Fisch«-Liste von Umwelt- und Verbraucherschützern ist zum ersten Mal wieder gewachsen. Für einige Arten bleibt die Lage aber dramatisch.

»Guter Fisch«-Liste wächst – zumindest ein wenig

Erstmals seit Einführung der »Guter Fisch«-Liste gibt es Fortschritte. Die Anzahl der empfohlenen Fischarten ist gestiegen. Nun umfasst die Liste, die von Organisationen wie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem NABU und dem WWF erstellt wird, 14 Arten – ein Rekord seit Beginn der Initiative.

Die Liste soll Verbrauchern Orientierung geben, die mit ihrem Fischkonsum keine Ökosysteme schädigen wollen. Sie kann auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg unter diesem Link  aufgerufen werden. Die Nachfrage entscheide mit, was der Markt liefere, so ein Grundgedanke der Liste: Ein bewusster Einkauf könne helfen, die Umweltverträglichkeit der Fischerei zu beeinflussen.

Positiv fällt in diesem Jahr auf, dass keine Art gestrichen werden musste und neue Empfehlungen hinzugekommen sind, darunter Rot- und Ketalachs aus Alaska sowie Sardellen aus der Biskaya. Auch kleinere Schwarmfische wie die chilenische Schildmakrele und regionale Plattfische wie Scholle und Flunder finden sich darauf.

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Trotz dieser Fortschritte bleibt die Lage vieler Fischbestände besorgniserregend. Besonders dramatisch ist der Zustand des Dorschs in deutschen Gewässern, dessen Bestand endgültig zusammengebrochen ist, wie Rainer Froese erklärt, Meeresökologe und Fischereiwissenschaftler am Geomar. Auch der Nordsee-Hering und der westliche Ostsee-Hering seien stark überfischt. »Die Ostsee-Sprotte mussten wir schon letztes Jahr von der Liste nehmen, nun gilt sie auch offiziell als überfischt«, so Froese. Umweltfaktoren wie die Erwärmung und Verschmutzung der Ozeane verschärften die Situation zusätzlich.

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Appell an aufmerksame Verbraucher

Experten fordern ein ökosystembasiertes Fischereimanagement, das Nachhaltigkeit über kurzfristige wirtschaftliche Interessen stellt. »Nur wirksame Meeresschutzgebiete und konsequente Naturschutzmaßnahmen können langfristig für eine Erholung der Fischbestände sorgen«, betont Isabel Seeger von der DUH. Ein bewusster Einkauf zu Weihnachten, bei dem Fisch aus der »Guter Fisch«-Liste gewählt wird, könnte ein Anfang sein – für den Schutz der Fischpopulationen und des Lebensraums Meer.

Auch wer die Liste nutzt, muss als Verbraucher aufmerksam sein. Für unverarbeiteten Fisch und Tiefkühlprodukte sind Angaben auf der Verpackung zu Fischart, Fangmethode und Fanggebiet verpflichtend. Diese müssen dann genau mit der Liste verglichen werden, damit am Ende kein Fisch aus einem stark bedrohten Bestand im Einkaufswagen landet. Wer sich unsicher ist, solle gezielt beim Händler nachfragen, heißt es in einer Mitteilung der Initiative.

Neben der Herkunft sei die Fangmethode ein wichtiges Kriterium. Verschiedene Geräte wirken sich unterschiedlich auf die Bestände, den Meeresboden und die anderen Tiere im Ökosystem aus. Besonders schädlich seien häufig Grundschleppnetze, da sie viel Beifang haben und den Meeresboden zerstören. Trotzdem würden sie vielerorts sogar noch in Meeresschutzgebieten eingesetzt.

mamk