Viele Europäer zögern noch, doch viele mehrheitlich islamisch geprägte Länder wollen bei dem sogenannten Friedensrat von US-Präsident Donald Trump dabei sein. Acht Länder erklärten in einer gemeinsamen Erklärung, dass man die Einladung Trumps begrüße und sich dem Gremium anschließen werde.
Unterzeichnet haben das Nato-Mitglied Türkei und der enge US-Verbündete Saudi-Arabien. Darunter sind auch Indonesien, Jordanien und Katar. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Pakistan sind dabei, hatten ihre Teilnahme aber bereits vorab separat angekündigt.
Der US-Präsident hatte vergangene Woche den »Friedensrat« vorgeschlagen. Das Gremium soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen – und zwar laut Charta ausdrücklich in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. International stößt die Initiative auf geteiltes Echo. Manche Staaten befürchten eine Schwächung der Uno.
Erdoğan und Trump im Weißen Haus (im September 2025)
Foto:Saul Loeb / AFP
In ihrer Erklärung bekräftigten die acht Außenminister das Engagement ihrer Länder, die Umsetzung des Mandats des sogenannten Friedensrats als Übergangsverwaltung im Gazastreifen zu unterstützen, wie es im Plan zur Beendigung des Gazakonflikts festgelegt und durch den Uno-Sicherheitsrat gebilligt worden sei.
Unterzeichnung in Davos geplant
Der »Friedensrat« soll am Donnerstagvormittag Gestalt annehmen. Das Gründungsdokument für das Gremium soll nach US-Plänen bei einer Zeremonie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in Trumps Anwesenheit unterzeichnet werden.
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Ursprünglich war der »Friedensrat« als Teil der zweiten Phase des US-Plans für den Gazastreifen vorgestellt worden. In der Charta der Initiative wird das Palästinensergebiet jedoch nicht mehr genannt. Mehrere europäische Staaten äußerten starke Vorbehalte gegen die Pläne – unter anderem, weil Trump zum »Friedensrat« auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin eingeladen hat.
Wie Donald Trump mit seiner »Friedensrat«-Initiative nach der Weltherrschaft greift, lesen Sie hier .
