Firmengründung im Speedy-Verfahren: Wer in der EU ein neues Unternehmen anmelden möchte, soll das künftig innerhalb von 48 Stunden online durchführen können. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim Weltwirtschaftsforum in Davos an. Die neue Unternehmensform soll nach ihren Worten »EU Inc« heißen und in allen EU-Staaten einheitlich sein.
»Wir brauchen ein einziges und einfaches Regelwerk, das nahtlos überall in unserer Union gilt. Damit Unternehmen viel einfacher in allen Mitgliedstaaten tätig sein können«, sagte von der Leyen. Der konkrete Vorschlag der Kommission dafür soll im März vorgestellt werden.
Mindeststammkapital: 1 Euro
Das Europäische Parlament ist grundsätzlich für ein solches Vorgehen. Es verabschiedete mit großer Mehrheit eine Reihe von Empfehlungen.
Eine von ihnen sieht vor, eine neue Rechtsform für nicht börsennotierte Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu schaffen. Die sogenannte Einheitliche Europäische Gesellschaft (S.EU) solle künftig komplett digital innerhalb von 48 Stunden registriert werden können, mit einem Mindeststammkapital von einem Euro.
Für börsennotierte Unternehmen besteht mit der Europäischen Gesellschaft (Societas Europaea, SE) bereits eine Rechtsform, die alternativ zu nationalen Regelungen genutzt werden kann.
Nicht nur in Sachen Firmengründung will die EU den Turbo einlegen: Junge Firmen sind oft in zukunftsorientierten Bereichen aktiv, etwa in den Branchen KI, saubere Technologien, Infrastruktur. Doch sie suchen ihr Glück häufig außerhalb der EU. Brüssel will das mit viel Geld ändern. Mehr dazu lesen Sie hier.
