Kurz vor dem geplanten Start der ersten bemannten Mondmission seit mehr als einem halben Jahrhundert hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa das Raketensystem für »Artemis 2« in Stellung gebracht.
Auf einer Art Transportwagen wurde das rund hundert Meter hohe System – bestehend aus der Rakete »Space Launch System« und der »Orion«-Kapsel – auf dem Gelände des Kennedy Space Center im Bundesstaat Florida in einer rund zwölfstündigen Aktion langsam die etwa sechs Kilometer bis zum Startplatz gebracht.
»Das ist der Beginn einer sehr langen Reise«, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman in einer Pressekonferenz. Mit der »Artemis 2«-Mission sollen noch in diesem Jahr wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronautinnen und -Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen den Mond im Rahmen der etwa zehntägigen Mission umrunden.
Die Astronauten Reid Wiseman (v.l.), Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen
Foto: Joe Marino / newscom / picture allianceFrühestmöglicher Starttermin für »Artemis 2« ist Anfang Februar. Für Ende Januar ist erst noch ein unbemannter Bodentest geplant. Bei dem sogenannten »Wet Dress Rehearsal« werden bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe getestet.
Der bislang letzte bemannte Mondflug war 1972 die US-Mission »Apollo 17«. »Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben«, sagte der für das SLS-Programm zuständige Nasa-Vertreter John Honeycutt mit Blick auf die nun geplante »Artemis 2«-Mission.
»Stellen Sie sich vor, was wir als Nächstes tun können werden«
Die vier Astronauten von »Artemis 2« waren dabei, als die SLS in Stellung gebracht wurde. »Ich bin wirklich enthusiastisch, das zu sehen«, sagte Hansen vor Journalisten. »In nur wenigen Wochen werden Sie vier Menschen um den Mond fliegen sehen, und wenn wir dazu jetzt in der Lage sind, stellen Sie sich vor, was wir als Nächstes tun können werden.«
Die Riesenrakete ist 98 Meter hoch
Foto: Joe Marino / newscom / picture allianceDie unbemannte Mission »Artemis 1« hatte im November 2022 nach mehreren Verschiebungen und zwei erfolglosen Startversuchen stattgefunden. Die bemannte Nachfolgemission »Artemis 2« ist die erste Mondmission, an der eine Frau, ein nicht weißer Mensch und ein Mensch, der nicht aus den USA stammt, teilnehmen. Nach der Mondumrundung sollen bei der darauffolgenden Mission Menschen auf den Mond zurückkehren.
Das Artemis-Programm wurde während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump gestartet. Erklärtes Ziel ist eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Mond und die Vorbereitung späterer Missionen auf den viel weiter entfernten Mars.
Das US-Mondfahrprogramm erlitt in den vergangenen Jahren immer wieder Rückschläge. Dennoch hatte die Nasa Ende 2025 überraschenderweise den Start von »Artemis 2« Anfang Februar oder den folgenden Wochen angekündigt.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es an einer Stelle, die Mission »Artemis 2« solle die Erde umrunden. Tatsächlich ist eine Mondumrundung geplant. Wir haben den Fehler korrigiert.
