SpOn 11.05.2026
06:47 Uhr

Zwickau: Dirk Panter schlägt chinesische Partner für Volkswagen-Werk vor


Das Volkswagen-Werk in Zwickau für vollelektrische Autos leidet unter schlechter Auslastung. Um einen weiteren Stellenabbau zu verhindern, bringt Sachsens Wirtschaftsminister nun ein Joint Venture ins Spiel.

Zwickau: Dirk Panter schlägt chinesische Partner für Volkswagen-Werk vor

Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter schlägt chinesische Autohersteller als Partner in der Produktion im Volkswagen-Werk in Zwickau vor. »Es ​ist besser, industrielle Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem ‌Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren. Wir müssen mit der Zeit gehen. Deswegen: China ist eine Chance für Zwickau«, sagte der SPD-Politiker in der »Bild«-Zeitung.

Ein Joint Venture zwischen Volkswagen und einem chinesischen Hersteller sei eine Möglichkeit. Diese könnten eine oder ​mehrere derzeit nicht ausgelastete Produktionslinien nutzen und Fahrzeuge in Sachsen fertigen. Voraussetzung seien klare europäische Regeln ⁠und ⁠Standards. »Unser Maßstab ist nicht Ideologie, sondern industrielle Zukunftsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen.«

In Zwickau baut VW ausschließlich vollelektrische Autos wie den ID.3 ‌oder den Audi Q4 e-tron. Nach Unternehmensangaben waren in ​dem Werk Ende ‌des vergangenen Jahres 8000 Menschen beschäftigt.

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Volkswagen kämpft schon länger mit Problemen: Der Umstieg auf E-Autos läuft schleppend, chinesische Hersteller mischen den Markt in Europa auf und die US-Zollpolitik macht den Autobauern hierzulande das Leben schwer. ‌Chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder SAIC drängen mit Macht auf den europäischen Markt. Sie reagieren damit auf den harten Preiskampf in China ‌und die massiven Überkapazitäten dort.

Mehrere ​chinesische Hersteller suchen derzeit ‌nach Werken in Europa, und auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) ‌hatte ​hier zuletzt VW-Werke ins Spiel gebracht. Bei Experten gilt der Schritt aber als riskant. Horst Schneider, Analyst ​bei der Bank of ⁠America, sprach von einem »Wolf im Schafspelz«, ​den sich ​VW so möglicherweise hereinhole.

mik/Reuters