SpOn 06.01.2026
07:29 Uhr

Zentralafrikanische Republik: Faustin-Archange Touadéra sichert sich dritte Amtszeit


In der Zentralafrikanischen Republik hat Präsident Touadéra laut Wahlkommission fast drei Viertel der Stimmen geholt – begleitet von massiven Manipulationsvorwürfen. Seine Herrschaft stützt er auch auf Wagner-Söldner.

Zentralafrikanische Republik: Faustin-Archange Touadéra sichert sich dritte Amtszeit

Bei den Präsidentschaftswahlen in der Zentralafrikanischen Republik hat sich der bisherige Präsident Faustin-Archange Touadéra vorläufigen Ergebnissen zufolge eine dritte Amtszeit gesichert. Bei der Wahl vom 28. Dezember habe der 68‑Jährige 74,6 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission am Montag mit. Seine wichtigsten Konkurrenten, die früheren Ministerpräsidenten Anicet‑Georges Dologuélé und Henri‑Marie Dondra, kamen demnach auf 14 und 3,65 Prozent der Stimmen.

Schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses hatten Dologuélé und Dondra von Wahlbetrug gesprochen. »Es gab einen methodischen Versuch, das Ergebnis zu manipulieren«, sagte Dologuélé am Freitag. Touadéra ist seit einem Jahrzehnt an der Macht.

Eine Verfassungsänderung im Jahr 2023 ermöglichte ihm die dritte Amtszeit, indem die bisherige Begrenzung aufgehoben wurde. Im Wahlkampf hatte er auf Erfolge bei der Sicherheitslage in dem politisch instabilen Land verwiesen. Hilfreich waren dabei auch russische Söldner der Gruppe Wagner um den Heerführer Jewgenij Prigoschin, der 2023 unter mysteriösen Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.

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Russlands Söldner helfen Touadéra, seine Macht abzusichern. So bewachen sie etwa die kostbaren Diamant-, Gold-, Lithium- sowie Uranminen des Landes. Bezahlt werden sie mit Rohstoffen. Von den Bodenschätzen der Zentralafrikanischen Republik profitiert vorwiegend eine kleine Elite.

Trotz der wertvollen Bodenschätze zählt die Zentralafrikanische Republik zu den weltweit ärmsten Ländern. Ferner ist die Lage instabil. Gut zehn Prozent des Staatsgebiets werden nicht von der Regierung kontrolliert. Außerdem leben 71 Prozent der Zentralafrikaner unterhalb der Armutsschwelle, die Arbeitslosenzahlen sind hoch, die Lebenshaltungskosten steigen, und bei der Infrastruktur sowie im Bildungswesen gibt es große Mängel.

fin/Reuters/AFP