Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten des Onlinemodehändlers Zalando in dessen Logistikzentren in Erfurt und Mönchengladbach zum wiederholten Warnstreik aufgerufen. Laut Ver.di sollen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Beginn der Frühschicht die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft mitteilte .
»Zalando erwirtschaftet in diesem Jahr Hunderte Millionen Euro und schloss jüngst einen Deal mit dem Deutschen Fußball-Bund für ein Sponsoring über 65 Millionen Euro. Gleichzeitig ist der Konzern nicht bereit, den Beschäftigten faire und verlässliche Arbeitsbedingungen zuzugestehen«, kritisierte Matthias Adorf, Gewerkschaftssekretär von Ver.di für den Fachbereich Handel in Thüringen.
Forderung nach Tarifverträgen
Hintergrund ist die andauernde Auseinandersetzung um die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels für die Beschäftigten. Das würde für Zalando-Lagerarbeiter ein Lohnplus von mehr als zehn Prozent sowie höhere Zuschläge, kürzere Wochenarbeitszeiten, eine tarifliche Altersvorsorge und weitere Verbesserungen bedeuten, hieß es.
Adorf zufolge wäre das für Zalando kein Problem. Doch das Unternehmen versuche, um jeden Preis einen Tarifvertrag zu vermeiden. »Genau der aber gibt Sicherheit: faire Löhne, verlässliche Zuschläge und Mitsprache bei den Arbeitsbedingungen. Das will Zalando verhindern.«
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Das Unternehmen hatte zuletzt darauf verwiesen, dass die Gehälter am Standort Erfurt seit 2024 um insgesamt 14,5 Prozent gestiegen sind und der Urlaubsanspruch seit diesem Jahr auf bis zu 30 Tage erhöht wurde. Beschäftigte erhielten außerdem Zusatzleistungen wie soziale Beratung, Freistellung für ehrenamtliche Arbeit oder kostenlose Aktien.
Es ist laut Ver.di bereits der sechste Warnstreik bei Zalando in diesem Jahr. Das Ende dieses Streiks ist demnach für das Schichtende am Samstag geplant.
