Der 64-jährige Harold Nichols wurde um 10.39 Uhr vormittags (Ortszeit) in einem Gefängnis in Nashville für tot erklärt, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Die Zahl der Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten stieg damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren.
Nichols war wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilt werden. Sein Opfer war 1988 die 20-jährige Studentin Karen P. Der Mann hatte zudem Angriffe auf weitere Frauen gestanden. »Es tut mir leid«, sagte er nach Behördenangaben kurz vor seiner Hinrichtung über seine Verbrechen.
Mit seinem Tod stieg die Zahl der Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr auf 46. Das ist der höchste Stand seit 2010, als ebenfalls 46 Menschen hingerichtet wurden. Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe wird noch in 23 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. Präsident Donald Trump ist ein Befürworter.
So hatte der Republikaner im August angekündigt, in der Hauptstadt Washington, D.C. künftig die Todesstrafe anzustreben, wenn dort ein Mord begangen wird. Es handele sich um eine »sehr starke Präventivmaßnahme«, sagte er im Weißen Haus.
US-Präsident schickt seine Häscher in den Süden
Die Todesstrafe ist in den USA weiterhin auf Bundesebene, beim Militär und in 27 Bundesstaaten zulässig, wird jedoch nicht überall tatsächlich vollstreckt. In Washington wurde laut dem Death Penalty Information Center seit 1957 niemand mehr hingerichtet; 1981 schaffte der Stadtrat die Todesstrafe ab. Allerdings kann die Bundesregierung entscheiden, Verdächtige auf Bundesebene anzuklagen.
Trump hatte bereits vor seinem Amtsantritt erklärt, er werde das Justizministerium anweisen, die Todesstrafe konsequent zu verfolgen. Unter seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden waren Hinrichtungen auf Bundesebene ausgesetzt.
Die Ankündigung reiht sich ein in Trumps verschärftes Vorgehen in der Hauptstadt, in der er als Präsident weitergehende Befugnisse hat als in den Bundesstaaten. Inzwischen hat sich der Fokus auf andere Großstädte verlagert, zuletzt etwa auf New Orleans in Louisiana und in anderen Südstaaten.
