SpOn 22.02.2026
11:22 Uhr

ZDF: Claus Kleber verteidigt USA-Korrespondentin nach KI-Panne


Nachdem das ZDF eine US-Korrespondentin wegen KI-generierter Inhalte abberufen hat, erhält sie Rückendeckung von Sender-Urgestein Claus Kleber. Der sagt: Fehler könnten den Besten passieren.

ZDF: Claus Kleber verteidigt USA-Korrespondentin nach KI-Panne

Der ehemalige ZDF-Moderator Claus Kleber zeigt sich solidarisch mit Nicola Albrecht. Die USA-Korrespondentin des ZDF war aus New York abberufen worden, weil sie in einem Beitrag für das »heute journal« eine Videosequenz verwendet hatte, die KI-generiert war. Zudem hatte sie Videobilder genutzt, die aus einem anderen Kontext stammten. »Ihr ist ein schlimmer Fehler passiert, wie er in unserem Geschäft auch den Besten passieren kann. Ich weiß, wovon ich spreche«, sagte Kleber dem »Tagesspiegel«. 

Albrecht sei »eine tadellose, aufrechte Kollegin, die sich stets die schwierigsten Regionen ausgesucht« habe.

Als Grund für Albrechts Abberufung gab das ZDF schwerwiegende Verstöße gegen Richtlinien des Senders und journalistische Standards an. Albrecht hatte für das »heute journal« über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet. In dem Beitrag vom vergangenen Sonntag habe Albrecht »zwei Videoszenen aus dem Netz« verwendet. »Davon stammte eine Szene aus einem völlig anderen Kontext (Festnahme in Florida 2022), die andere Szene war KI-generiert.«

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Eigene Fehler hatte der Sender zunächst nur zögerlich eingestanden. Das ZDF hatte auf Anfrage erst mitgeteilt, dass zwar tatsächlich KI-generierte Bilder verwendet worden seien – aber lediglich eine laut internen KI-Regeln vorgeschriebene Kennzeichnung sei unterblieben, aus technischen Gründen. Statt dies transparent zu korrigieren, wurde die Sendung zunächst gelöscht und mit leichten Korrekturen hochgeladen. Erst später räumte das ZDF weitreichendere Fehler ein und bat sein Publikum mit einem Beitrag im »heute journal« um Entschuldigung.

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte : »Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.«

Journalisten sollten furchtlos weiterarbeiten können

Kleber sagte dem »Tagesspiegel«: Das ZDF habe den Fehler klar benannt und angekündigt, zusätzliche Sicherungsmechanismen einzubauen. Es sei nun zudem wichtig, dass der Sender nicht in eine »Atmosphäre der Verunsicherung« abrutsche: »Jetzt ist es eine weitere Aufgabe der ZDF-Führung, dafür zu sorgen, dass sich in den Redaktionen nicht das Gift der Angst breitmacht.«

Kleber forderte mehr Unterstützung für Journalisten: »Es gilt, den Rücken breit zu machen und dafür zu sorgen, dass professionelle Journalisten furchtlos ihre Arbeit weitermachen können. Wie Nicola Albrecht.«

Claus Kleber moderierte von 2003 bis 2021 das »heute journal«.  

Lesen Sie hier, warum der Umgang des Senders mit dem Fehler zunächst problematisch war.

kha