Der jüngste russische Angriff auf Kyjiw gilt der bisher folgenschwerste für die Infrastruktur der Stadt, in hunderttausenden Haushalten fehle Strom. Nun hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den Angriffen auf die Energie- und Wärmeversorgung seines Landes angekündigt, einen Energienotstand auszurufen. Das gab Selenskyj am Mittwoch nach einem Treffen zur Lage bekannt. Es werde eine »dauerhafte Koordinierungszentrale« in Kyjiw eingerichtet, um sich der Lage in der Hauptstadt anzunehmen, sagte er. In der vergangenen Woche war Kyjiw Ziel massiver russischer Angriffe geworden.
Zudem habe er die Regierung angewiesen, die Bemühungen um Unterstützung durch Verbündete zu verstärken, sagte Selenskyj. Es werde daran gearbeitet, das Volumen an Stromimporten in die Ukraine zu erhöhen.
Nach massiven russischen Angriffen auf Kyjiw am vergangenen Freitag waren rund 400 Wohnblöcke der ukrainischen Hauptstadt mehrere Tage ohne Heizung, wie der Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte. »Die Situation in Kyjiw ist sehr schwierig«, erklärte er in Onlinenetzwerken. Die Einwohner hätten derzeit etwa drei Stunden Strom und bis zu zehn Stunden keinen, mancherorts sogar mehr.
Auch in mehreren anderen ukrainischen Städten, darunter Dnipro im Zentrum und Odessa im Süden, war es in den vergangenen Wochen nach russischen Angriffen zu Stromausfällen gekommen.
Russland hat in seinem seit fast vier Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine immer wieder die Energieinfrastruktur des Landes angegriffen. Als Reaktion auf die Attacken greift die Ukraine regelmäßig Ölraffinerien oder andere Infrastruktureinrichtungen in Russland an.
