SpOn 09.12.2025
12:58 Uhr

Wolodymyr Selenskyj besucht erst Papst Leo XIV., dann Giorgia Meloni


Von London nach Brüssel nach Rom: Während die Ukraine den USA ihren überarbeiteten Friedensplan vorlegt, sammelt Staatschef Selenskyj demonstrativ Unterstützungsbekundungen aus Europa.

Wolodymyr Selenskyj besucht erst Papst Leo XIV., dann Giorgia Meloni

Am heutigen Dienstag will die Ukraine einen überarbeiteten Friedensplan zur Beendigung des Krieges mit Russland an Washington übermitteln. Parallel dazu ist Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj in Europa unterwegs; vor seinem Gespräch mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom kam er bereits mit Papst Leo XIV. in dessen Residenz in Castel Gandolfo zusammen. Am Nachmittag will der ukrainische Staatschef mit Meloni in deren Amtssitz über den Stand der Verhandlungen über eine Friedenslösung für die Ukraine sprechen.

Selenskyj hatte bereits am Montag in London mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem britischen Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über die Friedensbemühungen beraten. Anschließend unterrichtete er in Brüssel die Spitzen der EU und Nato darüber.

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Papst stand nach Angaben des vatikanischen Presseamts der Krieg in der Ukraine. Der Papst habe »die Notwendigkeit betont, den Dialog fortzusetzen, und den dringenden Wunsch erneuert, dass die laufenden diplomatischen Initiativen zu einem gerechten und dauerhaften Frieden führen mögen«. Ferner habe man über den Austausch von Kriegsgefangenen und über die Rückkehr von ukrainischen Kindern zu ihren Familien gesprochen.

Europäer und USA ziehen nicht mehr an einem Strang

Die USA hatten Ende November einen Plan für ein Ende des Krieges an Kyjiw übergeben. Der vielfach als »russische Wunschliste« kritisierte Plan wurde von der ukrainischen Staatsführung und ihren europäischen Verbündeten abgelehnt – und in der Folge überarbeitet. Nach Angaben der Staatsführung in Kyjiw soll die überarbeitete Version heute an Washington übermittelt werden.

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Die Europäer und Amerikaner ziehen in den Anstrengungen, den seit fast vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden, nicht mehr an einem Strang. Die Trump-Regierung wirft europäischen Politikern »unrealistische Erwartungen« und eine politische Blockadehaltung im Ringen um Frieden mit Moskau vor.

Meloni gehört zu den entschlossenen Unterstützern der Ukraine. Gleichzeitig gilt die rechte Politikerin im Kreis der EU-Regierungschefs als die Ministerpräsidentin mit den engsten Kontakten ins Lager von US-Präsident Donald Trump.

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sol/dpa/KNA