Greifbare Ergebnisse gibt es kaum nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida. Doch wenn von diesem Termin etwas bleibt, dann sicher ein Videoclip, der im Netz die Runde macht. Das kurze Video zeigt Selenskyjs Reaktion auf eine Aussage des US-Präsidenten bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Trumps Privatclub Mar-a-Lago.
Vor dem bilateralen Treffen hatte Trump mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Bei dem Pressetermin nach den Inhalten des Gesprächs gefragt, sagte Trump, dem viele Kritiker Russlandnähe vorwerfen: »Russland wünscht sich den Erfolg der Ukraine.« Trump räumte ein: »Das klingt ein bisschen merkwürdig.« Diese Einschätzung nahm Selenskyj sichtlich verwundert und leicht amüsiert auf. Der ukrainische Präsident neigte den Kopf zur Seite, zog die Augenbraue hoch und lächelte erstaunt.
Russland hatte das Nachbarland im Februar 2022 überfallen. Seither wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe gegen die Invasion. Trump bezog sich bei seiner Aussage auf den angeblichen Willen Russlands, beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in der Ukraine zu helfen. Dabei habe sich Putin »sehr großzügig« gezeigt, so Trump.
Viele Reaktionen in den sozialen Medien sind deutlich. Der russische Regierungskritiker und frühere Schachweltmeister Garry Kasparow schrieb auf der Plattform X: »Wir sind alle Selenskyj. Aber niemand auf Erden hat seine Selbstkontrolle.« Dazu postete er den Clip der Pressekonferenz in Mar-a-Lago.
We are all Zelensky. But no one on Earth has his self-control. https://t.co/nj3ISBXwmF
— Garry Kasparov (@Kasparov63) December 28, 2025
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Auf dem X-Konto des Magazins »Business Ukraine« hieß es zu dem Clip: »Selenskyj verdient einen Preis allein dafür, dass er sich an diesem Punkt der Pressekonferenz beherrscht.« Andere Nutzer in sozialen Medien äußerten sich ähnlich und teilten Bilder und Videos der Szene.
Zelenskyy has to win some sort of award just for holding together at this point during the press conference https://t.co/QDfBTmhekm
— Business Ukraine mag (@Biz_Ukraine_Mag) December 28, 2025
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Nach dem Treffen bemühten sich beide Präsidenten um einen positiven Ton. Doch konkrete Ergebnisse konnten sie nicht vorweisen.
Ungeklärt ist vor allem ein Kernpunkt für ein künftiges Friedensabkommen – die Forderung Russlands nach Gebietsabtretungen der Ukraine im Gebiet Donezk. Es geht um jene Regionen dort, die Kyjiw bisher kontrolliert und Moskau nicht erobern konnte, aber beansprucht. Selenskyj hatte stets abgelehnt, für einen Moskauer Diktatfrieden die 30 Prozent Territorium aufzugeben.
Trump, der die Ukraine früher bereits selbst zum Gebietsverzicht aufgerufen hatte, sprach von einer »schwierigen Frage«. Bei seinem Gespräch mit Putin dürfte auch dieser Punkt Thema gewesen sein. Putin besteht darauf, dass Selenskyj für einen Frieden die Truppen aus Donezk abzieht.
Als Kompromiss ist Russland allenfalls bereit zuzugestehen, dass statt Soldaten in dem Gebiet die Nationalgarde und die Polizei die Kontrolle übernehmen. Die russische Nationalgarde ist allerdings auch militärisch organisiert. Putins außenpolitischer Berater Jurij Uschakow teilte nach dem Gespräch zwischen dem Kremlchef und Trump mit, dass die Ukraine verantwortliche Entscheidungen treffen müsse.
