Die Aussichten für die deutsche Industrie bessern sich: Die Aufträge sind im Dezember nicht nur den vierten Monat in Folge gewachsen, sondern das gleich auch noch so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Die Zahl der Bestellungen stieg im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die positive Entwicklung ist laut Bundesamt zu einem großen Teil auf deutliche Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen und im Maschinenbau zurückzuführen. Auch wirkten sich mehr Bestellungen für elektronische und optische Erzeugnisse positiv auf das Gesamtergebnis aus.
Zuwächse meldet das Bundesamt beim Auftragseingang aus dem Inland und aus dem Ausland. Dabei sind die Inlandsaufträge allerdings mit 10,7 Prozent im Monatsvergleich stärker gestiegen als die Auslandsaufträge, die um 5,6 Prozent zulegten. Deutliche Zuwächse gab es zudem bei den Aufträgen außerhalb der Eurozone.
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Erneut spielten Großaufträge eine wichtige Rolle. Ihr Anstieg sei vor allem durch Bestellungen aus dem Rüstungsbereich zu erklären, wie Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, sagte. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen sei der Auftragseingang nur um 0,9 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen, teilte das Bundesamt mit.
Analysten überrascht
Analysten wurden von der positiven Entwicklung überrascht. Sie hatten einen Auftragsdämpfer erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 2,2 Prozent ausgegangen. Zudem war der Auftragseingang im November etwas besser ausgefallen als zuvor gemeldet. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs auf 5,7 Prozent leicht nach oben. Eine unerwartet starke Entwicklung zeigte sich auch im Jahresvergleich. In dieser Betrachtung legten die Aufträge im Dezember um 13,0 Prozent zu.
Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einem Auftragsboom zum Jahresende. »Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus«, sagte der Experte. »Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund für Zuversicht.« Generell deutet der Auftragseingang auf eine bessere Entwicklung in den kommenden Monaten hin. »Dank einer besseren Industrieproduktion wird damit auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum deutlich Fahrt aufnehmen«, sagte Experte Gitzel.
