SpOn 25.01.2026
17:23 Uhr

Wintersturm in den USA: Hunderttausende Haushalte bei eisiger Kälte ohne Strom


Zahlreiche US-Bundesstaaten haben wegen Extremwetter den Notstand ausgerufen. Am Nachmittag waren mehr als eine Million Kunden im Land ohne Strom, Tausende Flüge wurden gestrichen, zwei Menschen starben an Unterkühlung.

Wintersturm in den USA: Hunderttausende Haushalte bei eisiger Kälte ohne Strom

Diese Meldung wird laufend aktualisiert.

Mit klirrender Kälte, Schnee und Eis wütet ein heftiger Wintersturm seit dem Wochenende über weiten Teilen der USA, inzwischen hat er auch die Metropolen an der Ostküste erfasst. Seit Sonntagmorgen (Ortszeit) schneit es in New York und Washington bei Minusgraden. Landesweit spürt mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung die Folgen des extremen Winterwetters, nach Angaben der Behörden sind das nahezu 190 Millionen Menschen.

Die Zahl der Stromausfälle steigt kontinuierlich: Landesweit waren am Sonntagnachmittag Ortszeit bereits mehr als eine Million Kunden betroffen, wie das Portal poweroutage.us  meldete. Stark betroffen waren zunächst Bundesstaaten im Süden und im Mittleren Westen, wo der Sturm am Freitagnachmittag einsetzte, darunter Texas, Mississippi, Louisiana und Tennessee. Auch aus Alabama und Kentucky und später auch an der Ostküste wurden erste Ausfälle gemeldet.

Der Sturm fordert erste Todesopfer

Inzwischen gibt es auch Tote wegen des Wintersturms. Zwei Männer starben an Unterkühlung in der Region Caddo Parish im Bundesstaat Louisiana, wie die zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Das Alter der Männer sei unbekannt.

US-Meteorologen warnen seit Tagen vor einem der wohl größten Winterstürme der jüngeren Vergangenheit. Zahlreiche Staaten haben den Notstand ausgerufen, um bei Bedarf deutlich schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren zu können. Der Nationale Wetterdienst warnte vor einem ungewöhnlich ausgedehnten Sturm mit »lähmenden bis lokal katastrophalen Auswirkungen«.

In Washington waren die Menschen aufgerufen worden, Taschenlampen bereitzulegen und ihre Handys vorsorglich aufzuladen. Die Büros der Bundesbehörden sollen am Montag geschlossen bleiben. Trotz der angespannten Lage prägten auch fröhliche Winterszenen das Stadtbild: Fotos aus der Hauptstadt zeigten am Morgen Menschen auf Skiern rund um das Kapitol sowie Kinder, die auf Schlitten verschneite Hänge hinabfuhren.

Fußgänger in der US-Hauptstadt Washington

Fußgänger in der US-Hauptstadt Washington

Foto: Alex Wroblewski / AFP

In den frühen Morgenstunden wurden in Washington minus neun Grad gemessen, in New York minus zwölf Grad. Nach und nach legte sich eine weiße Schneedecke über die Millionenmetropolen, auch über den Central Park im Herzen New Yorks. Die Schulen der Stadt sollen am Montag geschlossen bleiben. Zudem sollen nach Angaben von NBC News in allen fünf Stadtbezirken Zentren geöffnet werden, in denen sich New Yorker aufwärmen können. Die Straßen blieben am Morgen weitgehend leer, Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz.

Schnee, Eis und ungewöhnliche Kälte

Aus dem Ort Crested Butte in Colorado – früher eine Bergbausiedlung und heute ein beliebtes Wintersportziel – meldete CNN 58 Zentimeter Schnee. In Teilen Oklahomas fielen demnach bis zu 20 Zentimeter. Auch hier nutzen einige das winterliche Wetter für Freizeitaktivitäten: Der Sender zeigte Bilder von Menschen in Oklahoma, die sich bei Schlittenfahrten vergnügten.

Besonders gefährlich sei der gefrierende Regen, der in Teilen von Louisiana eine etwa zwei Zentimeter dicke Eisschicht verursacht habe, hieß es bei CNN. Auch in Mississippi wurde vor Eisablagerungen gewarnt.

Tausende Flüge gestrichen

Die Witterung führte nach Angaben der Behörden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen, von denen einige mehrere Tage andauern könnten. Menschen wurden aufgerufen, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen.

Straßensperrung in Dallas, Texas

Straßensperrung in Dallas, Texas

Foto: Jerome Miron / EPA

Am Sonntag wurden nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes FlightAware fast 10.000 Flüge gestrichen, nach mehr als 4000 bereits am Samstag. Auf Fotos aus der US-Hauptstadt Washington waren menschenleere Terminals zu sehen.

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Heimatschutzministerin ruft zur Vorsicht auf

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Sturm als »historisch« und genehmigte ⁠für zwölf Bundesstaaten den Katastrophenfall. »Wir werden alle Bundesstaaten auf dem Weg dieses Sturms weiter beobachten und mit ihnen in Kontakt bleiben«, schrieb Trump auf dem sozialen Netzwerk Truth ‌Social.

Das Heimatschutzministerium teilte mit, 17 Bundesstaaten ‍und der District of Columbia der Hauptstadt Washington hätten den Wetternotstand ausgerufen. Heimatschutzministerin Kristi Noem sagte, die Versorger ‍arbeiteten daran, die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Sie rief die Amerikaner zur Vorsicht auf. »Es wird sehr, sehr kalt werden«, ‍sagte Noem. »Wir rufen alle dazu auf, sich mit Treibstoff und Lebensmitteln einzudecken, und wir ⁠werden das ​gemeinsam durchstehen.«

sun/dpa/Reuters