SpOn 02.12.2025
22:40 Uhr

Winter-Ei von Fabergé für Rekordsumme versteigert


Juwelier Carl Fabergé fertigte 1913 eines seiner schönsten Werke: das Winter-Ei. Nun wechselt es für mehrere Millionen Pfund den Besitzer.

Winter-Ei von Fabergé für Rekordsumme versteigert

Im Jahr 1913 gab der russische Zar Nikolaus II. beim berühmten Juwelier Carl Fabergé ein 14 Zentimeter großes Ei aus Kristall und Diamanten in Auftrag. Es sollte ein Geschenk für seine Mutter werden. Nun, 112 Jahre später, ist das sogenannte Winter-Ei in London zum Rekordpreis von 22,9 Millionen Pfund, umgerechnet 26 Millionen Euro, versteigert worden. Dies sei »ein neuer Weltrekord für ein Fabergé-Werk«, teilt das Auktionshaus Christie’s mit. Wer das Ei ersteigert hat, ist nicht bekannt.

Das Fabergé-Ei besteht aus Bergkristall, ist mit rund 4500 Diamanten besetzt und erinnert an von Schneeflocken überzogenes Eiskristall. Im Inneren birgt es einen herausnehmbaren Miniatur-Blumenstrauß. Die weißen Anemonen bestehen aus weißem Quarz mit Golddraht und stecken in einem aus Platin gefertigten Korb.

Das Winter-Ei von Carl Fabergé

Das Winter-Ei von Carl Fabergé

Foto: Wiktor Szymanowicz / ZUMA Press Wire / IMAGO

Millionen-Zahlungen für Fabergé-Eier

Das Winter-Ei wechselte bereits mehrmals den Besitzer. In der Sowjetzeit, irgendwann zwischen 1929 und 1933, verkaufte die russische Regierung das Kunstwerk an den Londoner Juwelier Wartski, um Devisen einzunehmen. Es war Teil verschiedener britischer Sammlungen. Zwischen 1975 und 1994 war es verschollen, dann wurde es schon einmal von Christie’s versteigert. 2002 wurde es erneut verkauft und erzielte in New York den damaligen Rekordpreis von 9,6 Millionen Dollar. Mit dem nun in London erzielten Erlös von 22,9 Millionen Pfund wurden die Preisrekorde anderer Fabergé-Eier übertroffen.

In einem Zeitraum von 31 Jahren wurden für die damals im Zarenreich Russland herrschende Romanow-Familie insgesamt 50 Fabergé-Eier angefertigt. Sie seien äußerst selten und wertvoll, betonte Margo Oganesian von Christie’s.

Die Tradition, die wertvollen Eier als Ostergeschenke bei Fabergé in Auftrag zu geben, hatte Zar Alexander II. in den 1880er Jahren begründet. Sein Nachfolger Nikolaus II. gab eine feste Bestellung für zwei Fabergé-Eier pro Jahr auf: eins für seine Mutter und eins für seine Frau.

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Die Russische Revolution von 1917 machte dieser kostspieligen Tradition schließlich ein jähes Ende. Heute ist nur noch der Verbleib von 43 dieser Fabergé-Eier der Zarenfamilie bekannt, die sieben weiteren Eier sind verschollen.

ptz/AFP