Ungewöhnliche Allianz vor dem US-Kongress: Zusammen mit der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und der Republikanerin Laurell Lee setzt sich Paris Hilton hier für ein neues Gesetz gegen Deepfake-Pornografie ein – und wird dabei überraschend persönlich:
Paris Hilton, Unternehmerin und Model:
»Als ich 19 Jahre alt war, wurde ein privates, intimes Video von mir ohne meine Zustimmung mit der ganzen Welt geteilt. Die Leute nannten es einen Skandal. Das war es nicht. Es war Missbrauch. Heute passiert das, was mir damals widerfahren ist, Millionen von Frauen und Mädchen auf eine neue und noch schrecklichere Weise. Früher musste jemand etwas Reales darstellen. Jetzt braucht man nur noch einen Computer und die Fantasie eines Fremden.«
Grund für den Pressetermin ist ein Gesetz, dass letzte Woche einstimmig vom US-Senat verabschiedet wurde. Der sogenannte »Defiance Act« soll es Opfern von Deep Fakes ermöglichen, die Urheber zu verklagen und Schadensersatz zu fordern. Es fehlt allerdings noch die Zustimmung der zweiten Kammer des US-Parlaments, dem Repräsentantenhaus. 2024 scheiterte das Gesetz dort schon ein Mal.
Laurel Lee, Republikanische Abgeordnete:
»Bei der Verabschiedung des Defiance Acts geht es um etwas sehr Einfaches und sehr Wichtiges. Dieses Gesetz schafft einen klaren zivilrechtlichen Rechtsbehelf auf Bundesebene für Opfer von nicht einvernehmlichen, sexuell eindeutigen digitalen Fälschungen.«
Alexandria Ocasio-Cortez, Demokratische Abgeordnete:
»Und auch wenn diese Bilder digital sind, ist der Schaden für die Opfer sehr real. Frauen verlieren ihren Arbeitsplatz, wenn sie davon betroffen sind. Teenager wechseln die Schule und Kinder verlieren ihr Leben.«
Auslöser für den erneuten Anlauf im Kongress dürfte unter anderem Elon Musks viel kritisierter Chatbot Grok sein: Mit dem in X eingebetteten KI-Tool ließen sich bis vor kurzem in Sekundenschnelle Deepfakes und Nacktbilder aus Userfotos generieren. Laut Forschern wurden so über 6.000 sexualisierte Bilder pro Stunde erstellt.