SpOn 09.02.2026
12:02 Uhr

WhatsApp: EU will den Meta-Messenger für konkurrierende KI-Chatbots öffnen lassen


WhatsApps Mutterkonzern soll den Messenger für konkurrierende KI-Chatbots öffnen, fordert die EU-Kommission: Kleinere Konkurrenten könnten aus dem Markt verdrängt werden, warnt Brüssel. Meta weist die Vorwürfe deutlich zurück.

WhatsApp: EU will den Meta-Messenger für konkurrierende KI-Chatbots öffnen lassen

Die EU-Kommission nimmt im Wettbewerb um künstliche Intelligenz Meta ins Visier und will das Unternehmen zwingen, seinen Messenger WhatsApp für konkurrierende KI-Chatbots zu öffnen. Die Kommission drohte Meta am Montag mit Konsequenzen, sollte der US-Konzern anderen Anbietern weiter den Zugang versperren. Kleinere Wettbewerber könnten durch den Ausschluss von WhatsApp aus dem Markt verdrängt werden, begründete die Kommission ihr Vorgehen. Meta wies die Forderungen zurück.

Die meisten Nutzerinnen und Nutzer kennen WhatsApp als Messengerdienst für private Chats mit Freunden oder der Familie. Inzwischen nutzen allerdings auch Unternehmen den Dienst: Verbraucherinnen und Verbraucher können über WhatsApp den Kundendienst kontaktieren oder Bestellungen in Onlineshops aufgeben. Oft ist es ein KI-Chatbot, der den Kunden antwortet.

KI-Chatbots seit vergangenem Jahr auch in WhatsApp

Meta hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht und kassiert Gebühren von den Unternehmen. Nach Konzernangaben hat sich allerdings noch ein anderes Phänomen entwickelt: reine KI-Anbieter, die ihre allgemeinen Chatbots – nach dem Vorbild von OpenAIs ChatGPT oder Google Gemini – über den WhatsApp-Dienst laufen lassen und sich so die Reichweite und die Server von Meta zunutze machen.

Eine solche Nutzung ist nicht im Sinne der WhatsApp-Mutter, die im vergangenen Jahr einen eigenen KI-Chatbot in die Messenger-App eingebaut hat . Wer auf den blauen Kreis bei WhatsApp klickt, gelangt direkt zum hauseigenen KI-Bot.

Meta änderte im Oktober deshalb die Geschäftsbedingungen für die WhatsApp-Unternehmensfunktionen und schloss alle Unternehmen davon aus, deren Hauptgeschäft die künstliche Intelligenz selbst ist. Mitte Januar lief auch eine Übergangsfrist für Firmen aus, welche die Funktion bereits nutzen.

»Es gibt keinen Grund für die EU, einzugreifen«, sagt eine Meta-Sprecherin.

Nach Einschätzung der EU-Kommission verstößt Meta damit gegen die EU-Wettbewerbsregeln und könnte kleineren Konkurrenten einen »irreparablen Schaden« zufügen. »Wir können nicht zulassen, dass die dominanten Technologiekonzerne ihre Marktmacht ausnutzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen«, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

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Meta wies die Vorwürfe zurück. »Es gibt keinen Grund für die EU, einzugreifen«, teilte eine Konzernsprecherin mit. Die Kommission gehe »fälschlicherweise« davon aus, dass WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für KI-Chatbots sei.

Der Konzern kann nun formal auf die Drohung aus Brüssel reagieren. Bleibt die Kommission danach bei ihren Vorwürfen, kann sie sogenannte einstweilige Maßnahmen verhängen und formal anordnen, dass Meta seine Geschäftsbedingungen ändert. Ansonsten droht ein Bußgeld.

pam/AFP