Der weitreichende Wettskandal im türkischen Fußball stellt den Viertligisten Ağrı 1970 vor personelle Schwierigkeiten. »Im Rahmen der Ermittlungen wegen Wettbetrugs wurden 17 unserer Spieler sanktioniert, sodass uns nur noch sieben Spieler zur Verfügung stehen«, gab der Klub in den sozialen Medien bekannt. Mit so wenigen Profis noch eine erste Elf aufstellen? Nicht mehr möglich.
Nun plant der Klub, den dezimierten Kader vorerst mit Jugendspielern aufzufüllen. Gegen die Sperren, die mitunter für die Dauer von einem Jahr ausgesprochen wurden, lotet Ağrı zudem alle rechtlichen Mittel aus und hat beim Schiedsgericht des türkischen Fußballverbands (TFF) Berufung eingelegt. »Wir haben alle notwendigen Schritte unternommen, um Gerechtigkeit walten zu lassen«, schrieb der Verein: »Wir werden unter allen Umständen weiterkämpfen.«
Anfang November hatte der türkische Verband 1024 Spieler – darunter 25 Profis aus der ersten Liga – sanktioniert. Außerdem setzte der TFF den Spielbetrieb in der dritten und vierten Liga für zwei Wochen aus und suspendierte 149 Schiedsrichter wegen illegaler Wetten. Hier lesen Sie mehr zum Thema.
Ağrı steht innerhalb der mehrgleisigen türkischen vierten Liga in seiner Gruppe auf dem vierten Tabellenplatz, aus den ersten zehn Ligaspielen holte das Team 14 Punkte. Der vierte Platz würde zur Teilnahme an den Aufstiegs-Playoffs genügen.
Für Ağrıs Technischen Direktor Ahmet Özen sind die Sanktionen ein schwerer Schlag, nachdem er monatelang daran gearbeitet hatte, eine konkurrenzfähige Mannschaft von Grund auf aufzubauen. Die Entscheidung des TFF habe »über Nacht alles zunichtegemacht«, so Özen, der hinzufügte, dass das Team nun vor der »düsteren Realität« stehe, wieder bei Null anfangen zu müssen.
