Die Folgen der starken Schneefälle sind in Teilen Europas deutlich zu spüren. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol, einem wichtigen internationalen Drehkreuz, musste am Montag mehr als die Hälfte aller Flüge gestrichen werden. An den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly sagten Fluggesellschaften 15 Prozent ihrer Flüge ab. In Großbritannien kam es an mehreren Flughäfen zu Flugausfällen.
Auch für Dienstag gibt es keine Entwarnung. Die niederländische Fluggesellschaft KLM rechnet laut einem Sprecher damit, mindestens 300 Flüge am Flughafen Amsterdam Schiphol zu streichen.
Laut Medienberichten wurden in Utrecht mehrere Grundschulen geschlossen. Die nationale Wetterbehörde sagte für Dienstag Glatteis und für Mittwoch weitere starke Schneefälle voraus. In der Region war auch der Zugverkehr stark betroffen. Die niederländische Bahngesellschaft NS teilte mit, dass am Dienstag in einigen Teilen des Landes weniger Züge verkehren würden.
Busausfälle, Staus, Störungen im Flugverkehr
Die Streichungen an den Pariser Flughäfen waren dem französischen Verkehrsminister Philippe Tabarot zufolge nötig, um den Schnee von den Start- und Landebahnen zu räumen und die Maschinen zu enteisen. In einer weltweit an Piloten gerichteten Erklärung war von »heftigen meteorologischen Phänomenen« die Rede.
Schnee und Eis sorgten am Montag in der Normandie und der Bretagne im Westen Frankreichs sowie im Großraum Paris für Verkehrsstörungen. Dort bildeten sich Staus mit einer Rekordlänge von insgesamt fast tausend Kilometern.
Der Hochgeschwindigkeitszug TGV musste seine Geschwindigkeit von 300 auf 200 Kilometer pro Stunde drosseln. In Paris wurde der Busverkehr eingestellt, wie der Verkehrsbetrieb RATP erklärte. Auch an einigen Tram-Linien sei der Betrieb ausgesetzt worden. In 26 Départments vom Nordwesten des Landes bis zur Île-de-France galt laut dem Wetterdienst Météo-France wegen Schnee und Glätte die Warnstufe Orange.
In Großbritannien waren Schottland, Nordirland und Teile Nordenglands von schweren Schneefällen betroffen. An vielen Flughäfen fielen Flüge aus, darunter in Aberdeen und Inverness in Schottland, in Belfast in Nordirland sowie in Liverpool und Manchester.
In im nordwestenglischen Shap fielen nach Angaben des britischen Wetterdienstes die Temperaturen in der Nacht zu Montag auf Minus 10,9 Grad. In der Nacht zu Dienstag sei in weiten Teilen des Landes erneut mit Temperaturen bis zu minus zwölf Grad zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.
Warnungen vor Schnee und Kälte
Im schottischen Tomintoul nahe Inverness fielen bis zu 52 Zentimeter Schnee. Für Dienstag galten weiterhin Warnungen vor Schneefällen und Eis in den besonders stark betroffenen Teilen des Landes. Für alle englischen Regionen gilt bis Freitag eine Kaltwetter-Warnung. Infolge der Schneefälle blieben nach Behördenangaben in Nordirland 212 Schulen geschlossen. Auch in Schottland, Wales und Nordengland kam es zu Schulschließungen.
Überdies wirkten sich die Schneefälle auch auf den Bahnverkehr im Vereinigten Königreich aus. In Schottland setzten die Behörden Schneepflüge ein, um Gleise freizulegen. Die schottische Polizei rief Autofahrer dazu auf, geschlossene Straßen nicht zu befahren. Der britische Pannendienst AA meldete einen Anstieg der Einsätze um 40 Prozent.
Das Eurostar-Unternehmen, dessen Züge Großbritannien mit dem europäischen Festland verbinden, riet derweil Passagieren zwischen London und den Niederlanden, ihre Reise zu verschieben. Die Züge könnten aufgrund schlechter Wetterbedingungen in den Niederlanden nur bis Brüssel verkehren. Aufgrund der Wetterverhältnisse werde der Verkehr in den Niederlanden »heute eingestellt«.
Der Zugverkehr in dem Land ist durch Winterwetter und eine technische Störung fast völlig lahmgelegt. Bis 10 Uhr werde kein Zug der niederländischen Bahn fahren, teilte diese mit. Zu zahlreichen Problemen an Weichen durch das heftige Winterwetter kam nach Angaben der Bahn am frühen Morgen noch eine Computer-Störung. Sie schrieb allerdings, dass internationale Züge von der Störung nicht betroffen seien.
