SpOn 11.01.2026
04:59 Uhr

Wetter in Deutschland: DWD erwartet »Wintertag wie aus dem Bilderbuch« – und warnt vor Glatteis.


Das Schneechaos nach Sturm »Elli« scheint (außer bei der Bahn) weitgehend im Griff. Am Sonntag ist vielerorts mit schönem Winterwetter zu rechnen. Zum Wochenstart allerdings droht die nächste Unwetterlage.

Wetter in Deutschland: DWD erwartet »Wintertag wie aus dem Bilderbuch« – und warnt vor Glatteis.

Vorneweg gleich mal zwei gute Nachrichten: Nach massivem Schneefall durch Wintersturm »Elli« in weiten Teilen des Landes hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) alle bestehenden Unwetterwarnungen aufgehoben. Es werde jedoch weiterhin vor leichten bis mäßigen Schneefällen in Süddeutschland sowie in Sachsen gewarnt, teilte der DWD am späten Samstagabend mit. Die Schneefälle hätten sich so weit abgeschwächt. Unwetterwarnungen seien nicht mehr notwendig.

Ein noch größerer Lichtblick ist das Wetter am Sonntag: Der DWD-Meteorologe Marcel Schmidt erwartet vielerorts einen »Wintertag wie aus dem Bilderbuch. Bei zeitweiligem Sonnenschein lohnt sich ein Winterspaziergang durch die frisch verschneite Landschaft.« Es soll heiter bis wolkig und vor allem im Nordosten und Westen oftmals sonnig und trocken werden.

Von Dauer ist der Wintergenuss allerdings leider nicht. Schon in der Nacht zum Montag könnte laut DWD Schnee in Regen übergehen, der auf den kalten Böden gefriert und zu Glatteis führt. »Damit stellt sich nach kurzer Pause die nächste Unwettersituation an. Am Montag breitet sich der gefrierende Regen auf weite Teile des Landes aus«, sagte DWD-Meteorologe Thore Hansen.

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Und noch sind die Nachwehen des heftigen Wintereinbruchs gar nicht ausgestanden. Die Bahn kämpft weiterhin mit Zugausfällen und Verspätungen. Zwar sei der Fernverkehr im Norden Deutschlands auf allen Hauptstrecken wieder angelaufen, meldet das Unternehmen, das Angebot sei weiterhin aber reduziert. Vor allem die Lage um den Knoten Hannover und in Schleswig-Holstein bleibe »dynamisch«, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Website mit. So fallen die Verbindungen auf mehreren norddeutschen Fernverkehrsstrecken aus: Norddeich/Emden–Hannover/NRW, Westerland–Hamburg und Binz/Stralsund/Rostock–Berlin.

Auf den Schnellfahrstrecken Frankfurt–Köln, Hannover–Frankfurt/Würzburg und Wolfsburg–Berlin sei zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert worden, dadurch könne es zu Verspätungen und verpassten Anschlüssen kommen. Wer bis Mittwoch ein Bahnticket für Fahrten zwischen Donnerstag und Sonntag gekauft hatte, kann es auch später nutzen. Die Zugbindung sei aufgehoben, so die Bahn,  und das Ticket könne auch mit einer geänderten Streckenführung zum Zielort genutzt werden. Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden. (Lesen Sie hier mehr zu den Einschränkungen im Fernverkehr der Bahn am Samstag.)

Als Ursache der Probleme nannte die Bahn Schneeverwehungen auf bereits geräumten Gleisen sowie eingefrorene und blockierte Weichen. An manchen Eisenbahntunneln sei das Technische Hilfswerk (THW) dabei, Zugänge freizuräumen. Und vor der Inbetriebnahme von Fernverkehrsstrecken würden Testfahrten durchgeführt. Die Bahn riet: »Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.«

Lawinengefahr in den Alpen – mehrere Tote in Frankreich

Nach den jüngsten Schneefällen ist auch die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen – die vierte von fünf Warnstufen.

In Savoyen in Frankreich kamen bei verschiedenen Lawinenabgängen Medienberichten zufolge drei Skifahrer ums Leben. Zwei der Opfer starben in Val-d’Isère wegen einer Lawine abseits der Piste, wie Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Tourismusbüros des Skiorts berichteten. Sie wurden demnach unter 2,5 Meter Schnee verschüttet. Ein dritter Skifahrer starb Berichten zufolge ebenfalls bei einer Lawine abseits der Piste in Arêches Beaufort, das in der gleichen Gegend liegt.

Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden, hieß es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.

Bei all dem Schnee und Eis fühlt sich dieser Winter in manchen Regionen Deutschlands besonders an. Ist es wirklich kälter und verschneiter als üblich? Antworten hier in der Analyse. 

jok/abl/dpa