Jeffrey Epstein soll Ende der Neunzigerjahre und Anfang der Nullerjahre nicht nur häufig Gast in Donald Trumps Mar-a-Lago-Klub gewesen sein, sondern auch ganz offen Hausbesuche von jungen Frauen und Teenagern empfangen haben. Das »Wall Street Journal« berichtet, dass der Klub Angestellte seines Spas – vornehmlich junge Frauen – zu Epsteins Villa schickte.
Dort sollen sie Massagen, Maniküren und andere Wellness-Dienstleistungen angeboten haben, schreibt die Zeitung und beruft sich auf ehemaliges Personal des Mar-a-Lago-Klubs und Epsteins.
Laut ihnen sollen die Hausbesuche jahrelang angedauert haben. Und das, obwohl sich die Spa-Mitarbeiter gegenseitig vor Epstein warnten, der dafür bekannt war, dass er sich während der Termine sexuell anzüglich verhielt und sich auszog.
Sprecherin Leavitt kritisiert den Report
Das Weiße Haus äußerte sich angesichts des Vorwurfs, dass trotz dieses offenen Geheimnisses immer wieder Personal aus Trumps Privatklub in Epsteins Villa geschickt wurde, gegenüber dem US-Portal »TMZ« .
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte: »Es ist beschämend, dass das ›Wall Street Journal‹ seine einst großartige Zeitung dazu benutzt, Falschmeldungen und Unterstellungen zu verbreiten, um Präsident Trump zu diffamieren und von seinem historischen ersten Jahr im Amt abzulenken.« Die Wahrheit sei: Präsident Trump habe nichts Unrechtes getan und habe Epstein schließlich aus Mar-a-Lago hinausgeworfen.
Tatsächlich hatte der Präsident im Jahr 2025 Journalisten gegenüber angegeben, Epstein Hausverbot erteilt zu haben, weil dieser Mitarbeiterinnen aus Mar-a-Lago »gestohlen« habe.
Das »Wall Street Journal« zitiert ehemalige Mitarbeiter, die den Vorfall anders in Erinnerung haben: Trump habe Epstein 2003 hinauswerfen lassen, nachdem eine 18-jährige Kosmetikerin von einem Hausbesuch bei Epstein in den Klub zurückgekehrt war und berichtet hatte, dass er sie zu Sex gedrängt habe.
Giuffre berichtete ähnliches Vorgehen
Es ist nicht das erste Mal, dass ehemalige Angestellte des Klubs davon berichten, aus dem Spa des Trump-Klubs Mar-a-Lago für Privatbesuche bei dem verurteilten Sexualstraftäter rekrutiert worden zu sein. Auch Virginia Roberts Giuffre, eines der bekanntesten Opfer Epsteins, geriet über einen Job im Spa-Bereich des Trump-Resorts in die Fänge des Sexualstraftäters. Sie wurde als Minderjährige jahrelang von Epstein missbraucht. In ihren posthum erschienenen Memoiren schildert sie, wie sie als 16-Jährige im Spa-Bereich in Mar-a-Lago von Ghislaine Maxwell, Epsteins engster Vertrauter, angesprochen wurde. Sie heuerte sie an, angeblich, um »den reichen Nachbarn« ums Eck zu massieren. Gleich beim ersten Mal habe Epstein sie vergewaltigt, schreibt Giuffre.
Der besonders unter Reichen und Prominenten gut vernetzte Multimillionär Jeffrey Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Epstein soll auch einigen seiner Bekannten Minderjährige zum Sex zugeführt haben. Er wurde als Sexualstraftäter verurteilt und 2019 tot in einem Gefängnis aufgefunden. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft.
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Trump und Epstein verkehrten in den Neunzigern und frühen Nullerjahren privat miteinander. Trump behauptet, er habe von Epsteins Verbrechen nichts gewusst.
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