SpOn 29.11.2025
10:31 Uhr

Weihnachtsmann in Himmelsberg bevorzugt Briefe statt Mails


All I want for Christmas? Papierbriefe, wenn es nach dem Weihnachtsmann im thüringischen Himmelsberg geht. Nur für soziale Netzwerke macht sein Postamt auch mal eine Ausnahme.

Weihnachtsmann in Himmelsberg bevorzugt Briefe statt Mails

Während das ganze Land eifrig in Tastaturen haut, um Mails zu versenden oder Geschenke online zu bestellen, möchte einer offline bleiben: der deutsche Weihnachtsmann im thüringischen Himmelsberg.

Er bevorzugt es, ganz klassisch auf Papier adressiert zu werden. So verrät es zumindest eine, die eng mit ihm zusammenarbeitet: Manuela Verges, Vorsitzende des Himmelsberger Heimatvereins und ehrenamtliche Managerin des Weihnachtspostamtes von Himmelberg. Und nicht nur das, wie sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekräftigte: Elektronische Nachrichten an den Weihnachtsmann seien im Postamt gar »verpönt«.

Zudem will der Weihnachtsmann keine E-Mails verschicken: »Es ist ein Unterschied, ob Kinder eine Mail lesen oder einen vom Weihnachtsmann geschriebenen Brief im Briefkasten finden«, so Verges. Ein Brief sei persönlicher als eine Mail.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die in dem kleinen Verein organisierten Helfer des Weihnachtsmannes digitalen Medien ablehnend gegenüberstehen, wie Verges betont. »Wir sind natürlich in sozialen Netzwerken unterwegs.«

Einige Tausend Briefe erwartet

Das Postamt im alten Backhaus von Himmelsberg, einem Ortsteil von Sondershausen, startet am Samstag mit einem Tag der offenen Tür in die Weihnachtssaison 2025. Die ersten Briefe an den Weihnachtsmann sind bereits eingetroffen, bis zum Heiligabend dürften es einige Tausend werden. In der Regel träfen jährlich 4000 bis 5000 Schreiben ein, nicht nur von Kindern, sagte Verges. Die neun Vereinsmitglieder beantworten jeden einzelnen Brief. Die letzten Briefe werden in der Regel am 20. Dezember abgeschickt, damit sie ihre Empfänger noch rechtzeitig zur Bescherung erreichen.

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Die Kinder schreiben dem Weihnachtsmann nicht nur ihre materiellen Wünsche, etwa Spielzeug oder Handys. Oft schildern sie ihm auch ihre Sorgen, etwa Geldnot im Elternhaus, den Trennungsschmerz nach der Scheidung der Eltern, Trauer um gestorbene Angehörige oder das Leben mit einer schweren Krankheit. Traurige Briefe gingen dem Postamt-Team ans Herz, sagte Verges. »Dann ist es schwer, die richtige Antwort zu schreiben.«

Ähnliche Weihnachtspostämter gibt es auch in anderen Orten in Deutschland, etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Brandenburg. Häufig haben diese Orte Namen wie »Himmelstadt«, »Engelskirchen« oder »Himmelpfort«. Dem Postamt in Himmelsberg stellt die Post eine gewisse Zahl von Briefmarken zur Verfügung. Für zusätzliche Aufwendungen für das Porto oder den praktischen Betrieb des Postamtes ist der Verein auf Spenden angewiesen, die auch am Tag der offenen Tür gesammelt werden.

faq/dpa