SpOn 02.12.2025
17:04 Uhr

Weihnachten in Washington: So schmückten die First Ladys das Weiße Haus


It’s tiiiime! Wenn Mariah Carey wieder an die Spitze der Charts klettert, wird auch das Weiße Haus fürs Weihnachtsfest geschmückt. Ob demokratischer Präsident oder Republikaner, pompös ist die Deko in Washington jedes Jahr. Der Überblick.

Weihnachten in Washington: So schmückten die First Ladys das Weiße Haus

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit wird das Weiße Haus geschmückt, die Dekorationen werden traditionell von der First Lady vorgestellt. Melania Trumps Motto lautet in diesem Jahr »Home is where the heart is« (Zuhause ist, wo das Herz ist).

Für dieses Zuhause wurde traditionell groß aufgefahren: 51 Weihnachtsbäume, 213 Meter Girlanden, 75 Kränze, 54 Kilogramm Lebkuchen, mehr als 2000 Lichterketten und 2800 Sterne in – natürlich – Gold. Für das ganze Programm waren 150 Freiwillige notwendig, die das Weiße Haus dekorierten. Auch ein Gemälde von Donald Trump vom Tag des Attentats im Juli 2024 hängt zwischen der Deko. Die roten Blutspritzer von seinem Ohr Ton in Ton mit den Blumen am Adventskranz.

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Auch frühere First Ladies haben das Weiße Haus für die Festtage verwandelt, jede ganz auf ihre Art. Schon in den Fünfzigerjahren tobte sich Mamie Eisenhower mit Weihnachtsdekorationen aus; 1959 brachte sie 26 Weihnachtsbäume ins Weiße Haus – vom kleinen Tischbaum bis zu einer 5,5 Meter hohen Kiefer. Seitdem haben sich die First Ladys zu Hüterinnen von Weihnachtstraditionen entwickelt, deren Stil immer wieder gelobt, aber auch kritisiert wird.

Die Planung ist zu einem komplexen, langwierigen Prozess geworden: Nicht nur ein einzelner, großer Tannenbaum wird dekoriert, das ganze Weiße Haus wird ins Weihnachtsspektakel gehüllt. Die First Lady und ein Team von Designern arbeiten an einem Konzept, Hunderte Freiwillige helfen dann, die Räume zu schmücken.

1961 begann First Lady Jackie Kennedy mit der Tradition, ein Thema für den offiziellen Weihnachtsbaum des Weißen Hauses auszuwählen. Sie schmückte einen Baum im Blauen Salon mit Spielzeug, Vögeln und Engeln, die dem Ballett »Der Nussknacker« von Peter Tschaikowski nachempfunden waren. Im folgenden Jahr wurde ein Teil des Schmucks wiederverwendet.

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In den nächsten Jahren konnte man nicht immer so viel Grün vom Baum entdecken: First Lady Hillary Clinton schmückte 1997 den großen Baum unter dem Motto »Santa’s Workshop« (Weihnachtsmann-Werkstatt) mit reichlich Weihnachtsmännern, Spielzeug, Schlitten und Rentier-Anhängern.

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Die diesjährige Dekoration der Trumps ist weitgehend konservativ gehalten und setzt auf traditionelle Lichterketten und große Samtschleifen. In der letzten Amtszeit Donald Trumps hatten die Designentscheidungen der First Lady Kritik hervorgerufen.

Das erste Weihnachtsfest, das die Trumps im Weißen Haus ausrichteten, war genau das: weiß. Und teilweise etwas karg, zumindest echauffierten sich einige über die weiß bemalten Zweige. Das Motto: »Time-Honored Traditions« (Altbewährte Traditionen). Es sollte eine Hommage an die über 200-jährige Geschichte der Feiertagsfeierlichkeiten im Weißen Haus darstellen. Im »Grand Foyer« des Weißen Hauses genügte nicht ein Weihnachtsbaum. Es waren Dutzende, natürlich weiß gezuckert.

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Weihnachten 2018 stand zwar unter dem Motto »American Treasures«, war aber auch bekannt als das Jahr der blutroten Bäume. Diese waren im Ostflügel des Weißen Hauses aufgereiht und sorgten für Furore: Auf Social Media kursierten unzählige Memes, die die Weihnachtsbäume mit den Kostümen der dystopischen Fernsehserie »The Handmaid’s Tale« verglichen. Zahlreiche Late-Night-Shows griffen die Bäume auf, der »Guardian«  fragte, was uns Melania mit den gruseligen Bäumen sagen wollte. »Wir leben im 21. Jahrhundert und jeder hat einen anderen Geschmack«, sagte die First Lady später zu der Wahl der Bäume.

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In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verzichteten einige First Ladys auf Prunk und Pomp: Betty Ford entschied sich 1974 für selbst gemachte Dekorationen, und Michelle Obama benutzte 2009 Hunderte von recycelten Ornamenten. Sie bat unter dem Motto »Reflect, Rejoice, Renew« (»Reflektieren, Freuen, Erneuern«) sechzig lokale Gemeindegruppen aus dem ganzen Land, den Baumschmuck aus früheren Regierungen des Weißen Hauses neu zu gestalten. Die Ornamente waren eine Hommage an beliebte Sehenswürdigkeiten wie die Freiheitsstatue, den Mount Rushmore und den Lincoln Park Zoo in Chicago.

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Zwei Jahre später hingen am Weihnachtsbaum im Weißen Haus auch Medaillen von amerikanischen Soldaten. Der Baum sollte den Obamas zufolge die Soldatinnen und Soldaten ehren und wurde mit Weihnachtskarten von Kindern von Militärangehörigen geschmückt. Neben 37 Weihnachtsbäumen gab es ein 180 Kilogramm schweres Lebkuchenmodell des Weißen Hauses. Persönliche Note: Der Hund der Präsidentenfamilie, First Dog Bo Obama, wurde als Weihnachtsschmuck verewigt.

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Dieses Jahr haben die Trumps den Baum für die sogenannten Gold-Star-Familien, Angehörige von gefallenen Soldaten, kurzerhand mit dem offiziellen Weihnachtsbaum des Weißen Hauses zusammengelegt. Grund dafür ist der Abriss des Ostflügels, an dessen Stelle ein Ballsaal entstehen soll .