Obwohl die Verbraucher nicht zwingend in Kauflaune sind, blickt die deutsche Spielwarenbranche optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft. Die Lust am Schenken bleibe ungebrochen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren (BVS), Steffen Kahnt. Ihm zufolge werde die Branche nach drei rückläufigen Jahren 2025 wieder wachsen.
Laut einer Prognose des BVS werden die Menschen in Deutschland bis zum Ende des Jahres 4,5 Milliarden Euro für Spielzeuge ausgegeben haben. Das sind etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr. An die Rekordwerte der Coronajahre kann die Branche allerdings nicht anknüpfen: Während des Lockdowns war die Nachfrage kräftig gestiegen, viele Leute hatten nach Beschäftigung gesucht.
168 Euro pro Kind gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher vergangenes Weihnachten im Durchschnitt für Spielzeuge aus, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BVS zeigt. 2023 waren es 150 Euro. Im Trend liegen laut den Fachleuten in diesem Jahr vor allem Spielzeuge mit künstlicher Intelligenz, aber auch Klassiker wie Kugelbahnen, Puzzles, Bausets, Eisenbahnen und Kuscheltiere.
Das Weihnachtsgeschäft ist für die Spielwarenbranche traditionell besonders wichtig. Laut dem Marktforschungsinstitut Circana erzielt sie etwa ein Drittel ihrer Umsätze im November und Dezember. Die Preise seien demnach im Durchschnitt nur leicht gestiegen und lägen mit 1,8 Prozent Anstieg unter der Inflationsrate.
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Die deutschen Hersteller befürchten jedoch, dass die Menschen in diesem Jahr bei den Weihnachtsgeschenken sparsamer sein könnten. »Die Konsumenten halten das Geld zusammen und achten verstärkt auf Preispunkte«, sagte Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie.
Hersteller und Händler warnen davor, günstige Weihnachtsgeschenke auf Onlineplattformen aus Drittländern zu kaufen. Zuletzt waren etwa in Babyspielzeug der chinesischen Onlinemarktplätze Temu und Shein gravierende Mängel gefunden worden. Mehr dazu lesen Sie hier.
