SpOn 26.02.2026
02:41 Uhr

Washington friert Gelder für arme Menschen in Minnesota ein


Die US-Regierung behauptet, Somalier in Minnesota hätten mehr als 200 Millionen Dollar veruntreut. Weil der angebliche Sozialbetrug nicht aufgeklärt ist, hält Washington nun Zahlungen an den Staat zurück.

Washington friert Gelder für arme Menschen in Minnesota ein

Im Streit über einen großen Betrugsskandal bei Sozialleistungen in Minnesota verschärft die US-Regierung den Druck auf den Bundesstaat. Ein Teil des Bundeszuschusses zum Gesundheitsprogramm für einkommensschwache Menschen (Medicaid) in Minnesota soll »vorübergehend« eingefroren werden, wie Vizepräsident JD Vance ankündigte. Dem Leiter der staatlichen Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid, Mehmet Oz, zufolge geht es um 259 Millionen US-Dollar, die nun vorerst nicht gezahlt werden.

Grund dafür seien mangelnde Kontrollen und ein »systematischer Missbrauch« von Steuergeldern. Der Republikaner Vance beklagte eine mangelnde Kooperationsbereitschaft der Behörden in dem demokratisch regierten Bundesstaat bei der Aufklärung der Vorfälle.

»Ihr Land stinkt«

Am Vorabend hatte US-Präsident Donald Trump Vance mit der Aufklärung des Betrugs beauftragt. Ermittler hatten gebürtigen Somaliern vorgeworfen, mehr als eine Milliarde Dollar (rund 860 Millionen Euro) für nicht existierende Sozialdienste abgezweigt zu haben. Später nannte ein US-Staatsanwalt eine mögliche Betrugssumme von bis zu neun Milliarden Dollar.

Wegen des angeblichen Sozialbetrugs beschimpfte Präsident Trump Menschen aus Somalia im Dezember 2025 als »Müll«. Er sagte weiter auf einer Kabinettssitzung: »Ihr Land stinkt, und wir wollen sie nicht in unserem Land« – mehr dazu hier.

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US-Medien wie die »New York Times« berichten, dass bislang Betrug in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar im Raum stehe. Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz nannte bislang nur für einen Teil der betroffenen Programme einen Schaden von 250 Millionen Dollar.

Bundesstaaten und die Regierung teilen sich die Kosten für Medicaid. Offiziellen Angaben zufolge sind rund 1,3 Millionen Menschen in Minnesota auf die Unterstützung angewiesen. Gut 40 Prozent der Leistungsempfänger sind nach Angaben des Bundesstaats Kinder. Das Programm unterstützt unter anderem auch Schwangere, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den Vereinigten Staaten keine flächendeckende Krankenversicherung.

hda/dpa