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In Washington, D.C., sind zwei Mitglieder der Nationalgarde von einem Schützen niedergeschossen worden. Der Gouverneur von West Virginia, Patrick Morrisey, hatte in einer Erklärung zunächst geschrieben, dass die beiden ihren Verletzungen erlegen seien. Später relativierte er seinen Post und verwies darauf, dass der Gesundheitszustand der beiden noch unklar sei. Die Soldaten stammten aus seinem Bundesstaat.
Der Chef der Bundespolizei FBI, Kash Patel, sagte später, die beiden Nationalgardisten seien schwer verletzt und in einem »kritischen Zustand«. Das bestätigte auch Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser. Sie sprach bei einer Pressekonferenz von einem gezielten Angriff.
Bürgermeisterin Bowser mit FBI-Chef Patel (l.) und Jeffery Carroll von der Polizei
Foto:Drew Angerer / AFP
Ein Vertreter der Polizei in der Stadt erläuterte, der Schütze sei um eine Ecke gekommen und habe sofort das Feuer auf die zwei Nationalgardisten eröffnet. Weitere Mitglieder der Nationalgarde hätten die Schüsse gehört, eingegriffen und den Verdächtigen überwältigt, nachdem dieser zu Boden gegangen sei. Die Polizei sei wenige Augenblicke später eingetroffen.
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 29 Jahre alten afghanischen Staatsbürger handeln, der sich seit 2021 in den USA aufhält.
Trump ist derzeit in Florida
Der Vorfall ereignete sich wenige Häuserblocks entfernt vom Weißen Haus. In der Nähe befindet sich auch das Eisenhower Executive Office Building, in dem zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weißen Hauses untergebracht sind. Für den Amtssitz von US-Präsident Donald Trump galt laut »New York Times« kurzzeitig die Sicherheitsstufe »rot«. Später sei diese auf »orange« abgesenkt worden, was für hohe Gefahr, aber nicht Lebensgefahr stehe.
Der Reagan-Flughafen in Washington schränkte offiziellen Angaben zufolge den Verkehr bis auf Weiteres ein, später wurde dies wieder aufgehoben.
»Das Weiße Haus weiß von der tragischen Situation und verfolgt sie«, erklärte Karoline Leavitt, die Pressesprecherin Trumps. »Der Präsident wurde informiert.«
Trump selbst befindet sich derzeit für die Thanksgiving-Feierlichkeiten auf seinem Anwesen in Florida. Er erklärte auf seiner Plattform Truth Social, der mutmaßliche Schütze sei schwer verletzt und ein »Tier«. Er werde noch »einen hohen Preis zahlen«, schrieb Trump.
Die Nationalgarden sind militärische Reserveeinheiten und Teil der US-Streitkräfte. Sie unterstehen im Normalfall der Kontrolle der Bundesstaaten und werden etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Situationen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen. Für Washington bestehen Sonderregeln.
Seit dem Sommer sind mehr als 2000 Nationalgardisten in der US-Hauptstadt unterwegs. Trump hatte sie im August in die Hauptstadt beordert und ihre Mobilisierung mit einer angeblich ausufernden Kriminalität begründet. Das ist heftig umstritten. Kriminalitätsstatistiken stützen diese Darstellung nicht.
Washington ging juristisch gegen den Einsatz der Nationalgardisten vor. Eine Bundesrichterin erklärte ihn jüngst für nicht rechtens und ordnete an, diesen zu beenden. Sie setzte ihre Entscheidung jedoch für drei Wochen aus, damit die Trump-Regierung in Berufung gehen kann. Die Anordnung bleibt damit bis zum 11. Dezember außer Kraft.
Hegseth: 500 weitere Nationalgardisten für Washington
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte nun, Trump habe ihn nach dem Vorfall angewiesen, 500 zusätzliche Nationalgardisten nach Washington zu entsenden. Er werde die nötigen Schritte einleiten. Der Angriff in der Innenstadt werde die »Entschlossenheit« der Regierung »nur noch verstärken«.
