SpOn 20.09.2026
15:07 Uhr

Washington: Donald Trump will aus seinem Triumphbogen einen Militärkomplex machen


Scharfschützen, Drohnen und ein Munitionslager: Donald Trump schwenkt um, was sein geplantes Monument in Washington, D.C., betrifft. Der US-Präsident behauptet, er komme damit einer Bitte des Militärs nach.

Washington: Donald Trump will aus seinem Triumphbogen einen Militärkomplex machen

Donald Trumps Triumphbogen soll offenbar doch ein Kampfbogen werden. Zumindest, wenn es nach dem US-Präsidenten geht. Aber seit Trumps zweitem Amtsantritt im Januar 2025 geht es eigentlich nur noch nach ihm.

Trump sagte, der Triumphbogen solle doppelt nutzbar werden. Und zwar sollen in dem Bauwerk Scharfschützen, Drohnen und Munitionsvorräte untergebracht werden. Er komme damit einer Bitte des Militärs nach, es gebe Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit, behauptet er.

Der geplante Triumphbogen in Washington, D.C., steht stellvertretend für einen Personenkult, den die US-Regierung um den 80-Jährigen schafft. Ein 76 Meter hohes Bauwerk, fast dreimal so hoch wie das Brandenburger Tor und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Arc de Triomphe. US-Medien sprechen in Anspielung darauf vom »Arc de Trump«. Der strahlend weiße Triumphbogen soll mit einer goldenen Freiheitsstatue mit Engelsflügeln und zwei Adlern gekrönt werden und in einer Achse mit dem berühmten Lincoln Memorial auf der anderen Seite des Potomac-Flusses entstehen.

Doppelter Nutzen?

Warum Trump jetzt umplant? Zuletzt hatten sich kritische Stimmen gemehrt, der Triumphbogen könne andere nationale Symbole beeinträchtigen. So klagten Veteranen, eine in den Vereinigten Staaten politisch sensible Gruppe, dass durch den Bau des Bogens die historische Sichtverbindung zwischen dem Lincoln Memorial und dem Arlington National Cemetery zerstört würde. Luftfahrtexperten äußerten sogar Sicherheitsbedenken wegen der nahe gelegenen Flughäfen.

Wenn Trump das Bauwerk jedoch zur Frage der nationalen Sicherheit erklärt, verleiht er seinem Wunsch gewissermaßen zusätzliches Gewicht. Ähnlich hatte Trump schon den Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses versucht zu rechtfertigen.

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Anfang September kündigte Trumps Innenminister bereits an, dass die Arbeiten starten sollen. Dabei gibt es Medienberichten zufolge noch gar keine Baugenehmigung. Laut der »New York Times« treibt der National Park Service (NPS), der Denkmäler verwaltet, eine abschließende Prüfung des Projekts erst noch voran. Bis November soll eine Entscheidung über den Triumphbogen gefällt werden. Und der NPS wies laut Medienberichten zuletzt auf die negativen Auswirkungen von Trumps Plänen hin.

hba/Reuters