Die Familie des 2019 ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke hat sich in deutlichen Worten von einer Gedenkaktion distanziert. Das Zentrum für Politische Schönheit hatte zuvor vor der CDU-Parteizentrale in Berlin eine Statue für Lübcke errichtet. In einem Schreiben der Witwe und ihrer Kinder heiß es nun: »Die Brandmauer gegen rechts, egal von welcher demokratischen Partei, muss stehen, hier darf es keine Toleranz geben.«
Weiter heißt es: »Gleichzeitig verwehren wir uns jedoch entschieden dagegen, dass im vorliegenden Fall der Anschein vermittelt wurde, wir seien in die Planung oder Umsetzung eingebunden gewesen.«
»Am Vortag ein Schreiben in den Briefkasten«
Dies sei zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen, so die Familie. »Es kann nicht als Beteiligung gewertet werden, uns lediglich am Vortag der Aufstellung des Denkmals ein Schreiben in den Briefkasten zu werfen.«
Mit dem Denkmal will die Aktivistengruppe nach eigenen Angaben an das Lebenswerk Lübckes erinnern und seine Partei mahnen. Der ehemalige Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses von einem AfD-Anhänger erschossen worden.
Scharfe Kritik aus der Union
Der CDU wirft das Zentrum für Politische Schönheit vor, sich nicht klar genug von der AfD abgrenzen zu wollen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Aktion als »geschmacklos« bezeichnet. Auch andere Parteifreunde äußerten sich ähnlich. Die grüne Bezirksbürgermeisterin verteidigte das Denkmal dagegen – und genehmigte es für zwei Jahre.
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Der Brief der Familie bringt nun Sorgen zum Ausdruck, die von den Initiatoren offensichtlich nicht berücksichtigt wurden. So heißt es abschließend: »Wer den Anspruch erhebt, Angehörige in ein solches Vorhaben einzubeziehen, muss dies frühzeitig, transparent und in enger Abstimmung tun. Nur so kann ein respektvoller Umgang gewährleistet werden – sowohl mit dem Andenken an unseren Vater/ meinen Mann als auch mit uns als Familie.«
Von weiteren Nachfragen bittet die Familie abzusehen.
