SpOn 16.02.2026
21:54 Uhr

Waldemar Hartmann: Ex-ARD-Moderator bedankt sich für »Rudi-Rente« nach Weißbier-Tirade


Weil Nationaltrainer Rudi Völler vor gut 22 Jahren die Hutschnur platzte, wurde Moderator Waldemar Hartmann landesweit bekannt – und verdient offenbar seitdem viel Geld, wie er nun erzählt. Glücklich ist er damit aber wohl nicht.

Waldemar Hartmann: Ex-ARD-Moderator bedankt sich für »Rudi-Rente« nach Weißbier-Tirade

An die Frage erinnert sich heute kaum jemand, aber die Antwort ist in die Annalen der Fußballgeschichte eingegangen. »Müssen wir uns denn alles gefallen lassen?«, blaffte Fußball-Nationaltrainer Rudi Völler nach einem 0:0 seiner Mannschaft gegen Island im September 2003 entnervt in der ARD. Und dann, der legendäre Satz an Moderator Waldemar Hartmann: »Du sitzt hier locker, bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken.«

Der Weißbier-Aufreger brachte Hartmann, heute 77, einen Werbevertrag mit der Paulaner-Brauerei ein. Und offenbar später noch viel mehr Geld. In einem Interview mit der »Welt« bedankte sich »Waldi« jetzt für die Sorgenfreiheit, die ihm der Vorfall angeblich ermöglicht habe. »Dank Rudi Völler. Ohne seine Weißbier-Tirade hätte ich den Paulaner-Vertrag nie bekommen«, sagt Hartmann dort. »Der hat mich unabhängig gemacht, zumal da auch noch andere Werbeverträge dazukamen. Ich genieße jetzt die Rudi-Rente, nicht die Riester-Rente.«

Heute ist er vor allem selbst wütend

Glücklich gemacht hat das Geld aber offenbar nicht. Über weite Teile des sonstigen Gesprächs beschwert sich der Moderator über alltägliche Dinge, wie die Kosten seiner jüngsten Autoreparatur; Freude empfindet er demnach hauptsächlich dann, wenn andere sich möglicherweise provoziert fühlen könnten (Hartmann: »179 Euro hat das gekostet, nur um zu bestätigen, dass alles okay ist. Ich fahre einen Jeep Grand Cherokee. Mit über 400 PS. Sorgt für Schnappatmung bei Klimaaktivisten«).

Der einstige ARD-Moderator arbeitet heute für das rechte Krawall- und Empörungsportal »Nius« des geschassten früheren »Bild«-Chefredakteurs Julian Reichelt. Beim Kurznachrichtendienst X fällt Hartmann vorwiegend dann auf, wenn er etwa Friedrich Merz »Lügenkanzler« beschimpft. Seine Frau nennt er im aktuellen Interview »Weibi«, aus der Kirche ist er im vergangenen Dezember frustriert ausgetreten. Dass sein neuer Arbeitgeber einen recht zweifelhaften Ruf hat, räumt Hartmann Interview selbst ein, beteuert aber, »nicht jede Attacke auf die journalistischen Kollegen« dort zu unterstützen.

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Verständnis erfährt der einstige Sportreporter heute demnach primär dort, wo frisches Bier gezapft wird. Hartmann: »In meiner Leipziger Stammkneipe sind die meisten Stammgäste ›Nius-Abonnenten.«

jpe