Curaçao hat sich den Traum von der ersten WM-Teilnahme erfüllt. Ohne Nationaltrainer Dick Advocaat kam das Team im entscheidenden Qualifikationsspiel auf Jamaika zu einem 0:0. Der Punktgewinn reichte Curaçao für den Sieg in Gruppe B und die damit verbundene direkte Qualifikation für die WM-Endrunde, die im kommenden Jahr in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird.
Der Karibikstaat mit seinen rund 150.000 Einwohnern ist damit die kleinste Nation, die bislang an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Trainer Advocaat musste den historischen Moment aus der Ferne verfolgen, der 78-Jährige war aus familiären Gründen in seine niederländische Heimat gereist.
Haiti kehrte nach einem 2:0 (2:0) gegen Nicaragua nach 52 Jahren auf die WM-Bühne zurück. Der Sieg und ein torloses Unentschieden im Duell zwischen Honduras und Costa Rica verhalfen Haiti (11 Punkte) nach 1974 zu seiner erst zweiten WM-Teilnahme.
Schottland qualifiziert sich spät, Österreich jubelt
In Europa haben sich fünf weitere Nationen zum Abschluss der Qualifikation den WM-Endrundenplatz gesichert. Für Bosnien-Herzegowina, Dänemark, die Türkei, das Kosovo und Wales geht es dagegen in die Playoffs.
Michael Gregoritsch wurde zu Österreichs Held
Foto: Branislav Racko / IMAGOIn Wien versetzte der Ex-Freiburger Michael Gregoritsch mit seinem Ausgleichstreffer (78. Minute) Teamchef Ralf Rangnick und die Österreicher in Ekstase. Das 1:1 (0:1) gegen Bosnien-Herzegowina reichte Rot-Weiß-Rot für den Sieg in der Gruppe H, Österreich qualifizierte sich damit erstmals seit 1998 für eine WM-Endrunde. Der Gladbacher Haris Tabaković (12.) hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht.
Schottland jubelt nach wilder Schlussphase in Glasgow
Foto: Alex Todd / IMAGOIm »Endspiel« von Glasgow gab es ebenfalls reichlich Drama. Kieran Tierney (90.+3) und Kenny McLean (90.+9) schossen Schottland beim 4:2 (1:0) mit ihren Treffern in der Nachspielzeit noch zum Gruppensieg vor Dänemark und damit ebenfalls erstmals seit 1998 zur WM-Endrunde. Die Gastgeber waren durch einen traumhaften Fallrückzieher von Scott McTominay (3.) und Lawrence Shankland (82.) zweimal in Führung gegangen, Rasmus Hojlund per Elfmeter (57.) und Patrick Dorgu (82.) hatten jeweils den Ausgleich erzielt.
Spanien, Belgien und die Schweiz ebenfalls qualifiziert
Spanien verpasste die makellose Qualifikation, der Europameister kam zum Abschluss nicht über ein 2:2 (1:1) gegen die Türkei hinaus. Dani Olmo (4.) brachte Spanien in Führung, doch Deniz Gül (42.) und der Dortmunder Salih Özcan (55.) drehten die Partie und fügten dem Europameister die ersten Gegentreffer zu, ehe Mikel Oyarzabal (62.) zum Endstand traf.
Auch die Schweiz hatte den Gruppensieg bereits vor dem Jahresabschluss praktisch sicher, die Eidgenossen holten zum Abschluss ein 1:1 (0:0) im Kosovo, das in den Playoffs nun von seiner ersten WM-Teilnahme überhaupt träumen darf.
Die Belgier machten mit einem 7:0 (3:0) gegen Schlusslicht Liechtenstein endgültig alles klar. Wales kletterte durch den beeindruckenden 7:1-Erfolg gegen Nordmazedonien noch auf Rang zwei. Aber auch die Nordmazedonier sind als Nations-League-Sieger in den Playoffs dabei.
Playoffs im März
Insgesamt 16 Teams hoffen im März 2026 noch auf eines der vier verbliebenen europäischen WM-Tickets. Diese werden in vier Mini-Turnieren mit Halbfinale und Finale ausgespielt.
Die Auslosung der Playoffs findet am Donnerstag in Zürich statt. Die Auslosung der WM-Gruppenphase für das XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli 2026) folgt am 5. Dezember in Washington D.C.
Diese 42 der 48 Endrundenteilnehmer stehen bereits fest:
Gastgeber (3): USA, Kanada, Mexiko
Afrika (9): Ägypten, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kap Verde, Marokko, Senegal, Südafrika, Tunesien
Asien (8): Australien, Iran, Japan, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, Südkorea, Usbekistan
Europa (12): Deutschland, England, Frankreich, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Belgien, Österreich, Schottland, Schweiz
Ozeanien (1): Neuseeland
Südamerika (6): Argentinien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Uruguay
Nord-, Mittelamerika und Karibik (3): Panama, Curaçao, Haiti
