Im vergangenen Jahr forderte eine iranische Zeitung noch die Todesstrafe für Mariano Grossi, den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Nun traf sich Außenminister Abbas Araghchi mit ihm in Genf. Die »tiefgreifenden technischen Diskussionen« dienten der Vorbereitung der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Iran und den Vereinigten Staaten am Dienstag, schrieb Grossi hinterher auf X.
Just completed in-depth technical discussions with Iran’s Foreign Minister @araghchi in preparation for important negotiations scheduled for tomorrow in Geneva. pic.twitter.com/dBAinDrljc
— Rafael Mariano Grossi (@rafaelmgrossi) February 16, 2026
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Der iranische Außenminister wurde von Atomexperten seines Landes begleitet. Araghchi war bereits am Sonntag für die nächste Verhandlungsrunde mit den USA in die Schweiz gereist.
Anfang Februar hatten beide Staaten nach militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Golfstaat Oman einen neuen Dialog begonnen. In Genf vermittelt wieder der omanische Außenminister Badr Albusaidi. Die Schweiz wird von der iranischen Regierung wie auch einigen Golfstaaten als neutraler Vermittler geschätzt.
Spannungen zwischen IAEA und Iran
Die Beziehungen zwischen der iranischen Regierung und der IAEA hatten sich nach Israels Krieg gegen das Land im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Die USA schlossen sich den Angriffen an und bombardierten zentrale Nuklearanlagen, darunter auch Urananreicherungsanlagen. Trump erklärte anschließend, die Anlagen seien vollständig »zerstört«. Unklar blieb jedoch der Verbleib von rund 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran.
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Iran schränkte den Zugang der Atomwächter daraufhin ein. Erst im September 2025 einigte sich Teheran mit der IAEA auf die Wiederaufnahme von Kontrollen. In welchem Umfang diese erfolgen und ob sie derzeit stattfinden, ist unklar. Grossi geriet selbst ins Visier iranischer Hardliner.
Eine ultrakonservative Zeitung bezichtigte ihn als israelischen Spion und forderte seine Hinrichtung. Nach Ansicht einiger Regierungsvertreter hatte sich der IAEA-Chef nicht kritisch genug zur Bombardierung iranischer Atomanlagen geäußert.
