SpOn 16.12.2025
07:21 Uhr

Vor Venezuelas Küste: Trinidad und Tobago öffnet Flughäfen für Militärflugzeuge der USA


Der Inselstaat Trinidad und Tobago liegt nur wenige Kilometer vor Venezuelas Küste. Nun darf das US-Militär seine Flughäfen für logistische Zwecke nutzen.

Vor Venezuelas Küste: Trinidad und Tobago öffnet Flughäfen für Militärflugzeuge der USA

Der karibische Inselstaat Trinidad und Tobago hat inmitten des Konflikts zwischen den USA und Venezuela dem US-Militär für die kommenden Wochen die logistische Nutzung seiner Flughäfen erlaubt. Zuvor hatte der aus zwei Inseln bestehende Staat bereits gemeinsame Militärübungen mit den USA abgehalten und die Installation eines Radarsystems auf der Insel Tobago durch das US-Militär genehmigt. Trinidad und Tobago liegt nur wenige Kilometer von der Küste des südamerikanischen Venezuela entfernt.

Venezuela wiederum erklärte die Zusammenarbeit mit Trinidad und Tobago im Erdgasbereich für beendet, weil das Land sich am »Diebstahl des venezolanischen Erdöls« beteiligt habe. Konkret warf die Regierung in Caracas dem nahe gelegenen Inselstaat vor, an der Stürmung eines Öltankers vor der venezolanischen Küste durch das US-Militär beteiligt gewesen zu sein. Wie genau dies geschehen sein soll, teilte das venezolanische Außenministerium in seiner Erklärung nicht mit.

Mit Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und Soldaten baut Washington seit Monaten seine Militärpräsenz in der Karibik aus. Offiziell gibt die US-Regierung den Kampf gegen Drogenkartelle als Grund für ihr Eingreifen an. Der autoritär regierende Machthaber von Venezuela, Nicolás Maduro, wirft Washington hingegen vor, einen Regimewechsel in dem ölreichen Land erzwingen zu wollen und es auf dessen Ölreserven abgesehen zu haben.

Erst vor wenigen Tagen hatten die US-Küstenwache und andere Einheiten vor Venezuela einen Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Laut dem US-Justizministerium wurde der Tanker für den Transport von sanktioniertem Öl aus Venezuela und Iran genutzt.

Hunderte politische Gefangene in Venezuela in Haft

Maduro erhöht währenddessen den Druck gegen die Opposition in Venezuela. Am Montag ist ein führendes Mitglied der Partei der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado festgenommen worden. Der an Parkinson leidende Verwaltungskoordinator Melquiades Pulido García sei vom Geheimdienst Sebin entführt worden, als er eine Straße entlangging, teilte Machados Partei Vente Venezuela im Onlinedienst X  mit. »Sie sagten ihm, er werde ›gesucht‹ und nahmen ihn gewaltsam mit«, schrieb der Menschenrechtsausschuss der Partei und forderte seine sofortige Freilassung.

Die Menschenrechtsorganisation Foro Penal schätzt, dass in Venezuela mindestens 889 politische Gefangene in Haft sitzen. Im August 2024 waren Hunderte Menschen festgenommen worden, nachdem der linksnationalistische Präsident Nicolás Maduro für eine dritte sechsjährige Amtszeit bestätigt worden war. Die Opposition reklamiert den Wahlsieg hingegen für sich.

Lukaschenko solidarisiert sich mit Maduro

Derweil hat der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko Maduro für den Fall eines Machtverlusts eine Zuflucht in seinem Land angeboten. Maduro sei in Belarus willkommen, sagte Lukaschenko in einem Interview mit dem US-Medium Newsmax. Es habe jedoch keine entsprechenden Gespräche gegeben. Sollte er nach Belarus kommen wollen, stünden ihm die Türen offen, sagte Lukaschenko den auf dem Telegram-Kanal Pul Pervogo veröffentlichten Interviewauszügen zufolge.

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Lukaschenko sei jedoch überzeugt, dass Maduro nicht zu den Personen gehöre, die gehen oder fliehen. Er sei ein harter Kerl. Lukaschenko, ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, rief zudem zu einer friedlichen Lösung im Konflikt zwischen den USA und Venezuela auf. Ein Krieg wäre ein zweites Vietnam.

Lesen Sie hier , wie die USA den Konflikt mit Venezuela zunehmend eskalieren.

sei/AFP/dpa/Reuters