Die Zukunft des Standorts Osnabrück ist für Volkswagen ungewiss. Der Automobilkonzern überlegt nun, Militärfahrzeuge in dem niedersächsischen Werk zu bauen.
Eine Unternehmenssprecherin erklärte, der Autobauer prüfe weiterhin verschiedene Zukunftsoptionen für den Standort. In den vergangenen Monaten habe das Werk in Osnabrück verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt und auf der Rüstungsmesse Enforce Tac präsentiert, um mögliche Marktchancen und Perspektiven auszuloten. »Ob und in welchem Umfang sich daraus konkrete Projekte ergeben, ist derzeit offen«, hieß es.
Der »NDR« und die »Neue Osnabrücker Zeitung« hatten zuvor berichtet, dass Volkswagen zwei Fahrzeuge auf Basis der Modelle Crafter und Amarok entwickelt habe. Dabei habe es sich um Versuchsobjekte gehandelt, die am Standort in Eigenregie entstanden seien.
Volkswagen produziert in dem Werk noch bis Mitte 2027 den VW T-Roc Cabrio. Danach ist die Zukunft des Werks mit rund 2300 Beschäftigten offen.
VW unter finanziellem Druck
Der Dax-Konzern steht finanziell unter Druck, wie das manager magazin zuletzt berichtete. Die Ratingagentur S&P hat den Ausblick für Volkswagen kurz vor Weihnachten auf »negativ« gesenkt und auf das Risiko verwiesen, dass der Autobauer die für sein Rating relevanten Finanzkennziffern verfehlen könnte. Finanzchef Arno Antlitz hatte deshalb sechs Milliarden Euro Barmittel (Netto-Cashflow) aufgetrieben. Lesen Sie dazu hier mehr.
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Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Antlitz hatten laut manager magazin Mitte Januar die 120-köpfige Führungsriege auf verschärfte Anstrengungen zur Senkung der Kosten eingeschworen. Bis Ende 2028, so das Ziel, sollen konzernweit 20 Prozent der Kosten eingespart werden. Auch Werksschließungen stehen dabei zur Debatte.
Gegen den verschärften Sparkurs will sich der Betriebsrat des Unternehmens zur Wehr setzen.
