SpOn 12.12.2025
12:35 Uhr

Vogelsberg – Thüringen: Paar soll junge Frau entführt und in Holzkiste gesperrt haben


Im Juli fand die Polizei im thüringischen Vogelsberg eine eingesperrte junge Frau in einer Kiste. Offenbar wurde sie betäubt und tagelang festgehalten. Nun stehen die beiden Verdächtigen vor Gericht.

Vogelsberg – Thüringen: Paar soll junge Frau entführt und in Holzkiste gesperrt haben

Eine Frau und ein Mann sollen eine junge Frau betäubt, entführt und in einer Scheune in einer kleinen Thüringer Gemeinde mehrere Tage lang festgehalten haben. Am Ende sollen Polizisten die damals 19-Jährige in einem furchtbaren Zustand, nackt eingesperrt in einer kleinen Holzkiste entdeckt und befreit haben. Die junge Frau war zuvor vermisst gemeldet worden. Als die Polizei sie fand, habe sie Hautabschürfungen und Hämatome aufgewiesen. Sie leide wegen der Ereignisse unter Albträumen und Schlafstörungen.

Der Fall wird nun am Landgericht Erfurt verhandelt: Angeklagt sind der 53-Jährige und die 56-Jährige unter anderem wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die beiden sitzen seit Sommer in Untersuchungshaft. Der Verteidiger des Mannes hatte angekündigt, dass sein Mandant beim nächsten Verhandlungstermin persönliche Angaben machen und sich zur Sache äußern werde. Bis Mitte Februar sind bisher sechs weitere Verhandlungstage geplant.

»Positive Energie« durch Sex mit Angeklagtem

Laut der Anklage soll das Paar die junge Frau aus Nordthüringen schon ein Jahr zuvor kennengelernt und eine sexuelle Beziehung mit ihr begonnen haben. Der jungen Frau soll laut Anklage suggeriert worden sein, dass sie verhindern müsse, dass der Angeklagte stirbt, indem sie diesem durch Sex mit ihm »positive Energie« geben solle.

Zwischenzeitlich soll die 19-Jährige dann den Kontakt zu den beiden abgebrochen und diese etwa auf Social Media blockiert haben. Als sie wieder Kontakt zugelassen hatte, sollen sich die drei im Juli dieses Jahres getroffen haben. Auf einer Autofahrt soll die Angeklagte die junge Frau dann vermutlich mit einem Schlafmittel betäubt haben. Der 53-Jährige soll sie dann auf sein Grundstück in der Gemeinde Vogelsberg im Landkreis Sömmerda gefahren haben.

Fluchtversuch misslungen

In einer Scheune soll die 19-Jährige dann zunächst in einen Zwischenboden gesperrt und gefesselt worden sein. Der Angeklagte habe ihr erklärt, dass eine »Organisation« entscheiden werde, wie lange sie dort sitzen solle. Laut Anklage ging es dem Mann darum, wieder Sex mit der Frau zu haben.

Zwischenzeitlich sei es der jungen Frau zwar gelungen, sich von Fesseln zu befreien. Ihr Fluchtversuch sei aber misslungen. Während der Tatzeit soll die Frau mindestens zwei weitere Male betäubt worden sein. Der Angeklagte soll gedroht haben, sie bei lebendigem Leib zu verbrennen, und sie geknebelt haben.

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Schließlich habe er die 19-Jährige unbekleidet in eine Holzkiste gesperrt, diese verschlossen und mit Gegenständen beschwert haben, so der Vorwurf. Dabei habe der Angeklagte zumindest billigend in Kauf genommen, dass die Frau durch die kauernde Position in der kleinen Kiste Atemprobleme entwickelte. Diese hätten zumindest zu einer potenziellen Lebensgefahr führen können.

esk/dpa