SpOn 25.11.2025
16:29 Uhr

Victoria Carl: Skilangläuferin verpasst offenbar Winterspiele nach positivem Dopingtest


Im März wurde ihr ein Dopingmittel nachgewiesen, trotzdem hoffte Victoria Carl, bei den Winterspielen in Italien dabei zu sein. Nun teilte der Deutsche Skiverband mit: Carls Hoffnung dürfte vergeblich sein.

Victoria Carl: Skilangläuferin verpasst offenbar Winterspiele nach positivem Dopingtest

Die deutsche Langlauf-Olympiasiegerin Victoria Carl bleibt nach ihrem positiven Dopingtest vorläufig gesperrt und wird deshalb aller Voraussicht nach Olympia 2026 verpassen. »Nach aktuellem Verfahrensstand ist eine Teilnahme am kommenden Wettkampfwinter sowie an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina ausgeschlossen«, teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit. Zuvor hatte die »Süddeutsche Zeitung« berichtet.

Die 30 Jahre alte Carl war bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups im März dieses Jahres positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden. Das Kälbermastmittel ist ein Medikament, das in erster Linie zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt wird.

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Sie habe das Mittel unwissentlich zu sich genommen, hatte Carl damals gesagt. »Ich war krank, hatte starke Hustenanfälle und habe das Medikament auf ärztliche Anweisung genommen. Ich habe alles offengelegt – mir war nicht bewusst, dass ein verbotener Wirkstoff enthalten ist«, wurde sie in einer DSV-Pressemitteilung zitiert. Ihre Hoffnung auf Milde bei der Beurteilung des Falls ist aber offenbar vergebens.

Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) schrieb nun von einem Sanktionsvorschlag über eine Sperre von zwei Jahren, die sie am 22. September erlassen habe. In der Folgezeit verhandelten Nada und Carl demnach »die einvernehmliche Beendigung des sportrechtlichen Verfahrens«.

Aussichtsreichste DSV-Athletin

Im weiteren Verfahrensverlauf soll laut Nada »über die Akzeptanz des Sanktionsbescheids aus September oder die Einleitung eines Disziplinarverfahrens vor dem Deutschen Sportschiedsgericht entschieden« werden. Wann es zu einer Entscheidung mit einem genauen Strafmaß kommt, ist offen.

»Es fällt mir nach wie vor schwer zu akzeptieren, dass eine Unachtsamkeit und eine falsche medizinische Behandlung nun dazu führen, dass mein Olympiatraum zerplatzt«, sagte Carl. Sie galt nach dem Teamsprint-Gold mit Katharina Hennig 2022 in Peking als aussichtsreichste Langläuferin im DSV-Team.

»In mir drin ist eigentlich eine Welt zusammengebrochen. Ich glaube, jeder Olympionike kann das komplett nachvollziehen. Es sind vier Jahre, die jetzt weg sind«, sagte Carl in der ARD.

Der positive Dopingtest war im Sommer öffentlich geworden. Carl bestreitet ihr Mitwissen rund um den positiven Test bei den Winter-Militärweltspielen in Andermatt (Schweiz). »Es war bereits eine sehr harte Zeit, in der ich immer gehofft habe, dass sich noch alles zum Guten wenden könnte«, wurde Carl nun vom DSV zitiert. Für die Winterspiele (6. bis 22. Februar) in Mailand und Cortina d'Ampezzo hat ihr Verband die Hoffnung aufgegeben.

mon/dpa