SpOn 12.12.2025
10:52 Uhr

Verbrenner-Aus: Mehrheit will Abkehr vom Verbrenner-Aus


Die EU-Kommission will das geplante Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor aufweichen. Zwei Drittel der Deutschen unterstützen das laut einer Umfrage, die Brüsseler Pläne treffen offenbar einen Nerv.

Verbrenner-Aus: Mehrheit will Abkehr vom Verbrenner-Aus

Die Pläne der EU-Kommission, das bereits beschlossene EU-weite Verbrenner-Aus für Neufahrzeuge aufzuweichen, stoßen in Deutschland auf breite Zustimmung. Knapp zwei Drittel der Bundesbürger unterstützen das Vorhaben, wie eine repräsentative Umfrage zum ZDF-»Politbarometer« ergab.

Demnach sind 63 Prozent der Meinung, dass auch nach 2035 noch Autos mit Verbrennungsmotoren wie Benziner oder Diesel neu zugelassen werden sollten. Der Vorschlag muss noch vom Kollegium der EU-Kommissarinnen und -Kommissare angenommen werden.

Die Branche und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatten eindringlich für eine Aufweichung beim Verbrenner-Aus geworben. Die Grünen und einige Experten sind über den Richtungswechsel bestürzt.

Klimaziele sollen anders erreicht werden

Die Brüsseler Behörde will kommende Woche Änderungen vorstellen. Neben Vorschlägen zum Verbrenner-Aus sollen demnach auch Maßnahmen wie eine Batteriestrategie und Vorschläge für umweltfreundlichere Dienstwagen vorgelegt werden.

Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich 2022 eigentlich darauf geeinigt, dass Neuwagen in der EU von 2035 an im Betrieb kein klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO₂) mehr ausstoßen dürfen. Von dieser Vorgabe soll nach Angaben aus Kommissionskreisen nun Abstand genommen werden. Ausgestoßene Klimagase sollen aber durch andere Maßnahmen kompensiert werden. Dies wäre zum Beispiel durch den Einsatz von umweltfreundlich hergestelltem, sogenanntem grünen Stahl denkbar.

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Mit Entsetzen reagierten die Grünen auf die Überlegungen, das bereits beschlossene EU-weite Verbot des Verkaufs von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor aufzuweichen. »CDU und SPD sind damit verantwortlich für eine der klimaschädlichsten und gleichzeitig wirtschaftsfeindlichsten Entscheidungen seit Jahren«, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Dröge, der Nachrichtenagentur dpa. Diese Entscheidung sei ein schwerer Fehler.

Für das »Politbarometer« befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 9. bis 11. Dezember 2025 insgesamt 1295 Wahlberechtigte telefonisch und online.

mgr/dpa