Der Coup von Caracas stürzt Venezuela weiter ins Chaos . Dass die USA in Lateinamerika intervenieren, ist jedoch nicht neu. Im Zuge der sogenannten Hinterhofpolitik unterstützte Washington im Kalten Krieg nicht selten das Militär und undemokratische Kräfte. Eine Chronologie:
2026 – Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela
Über Monate arbeitete die Regierung von Donald Trump darauf hin, Nicolás Maduro zu entmachten. In der Nacht auf den 3. Januar dann der Vollzug: Das US-Militär greift mehrere Ziele in Venezuela an, in Caracas kommt es zu zahlreichen Explosionen, Armeehubschrauber kreisen über der Hauptstadt des Landes. Amerikanische Einheiten nehmen Maduro und seine Ehefrau gefangen (lesen Sie hier mehr über die Operation und hier eine politische Analyse zu dem Coup). Wie es in dem Land weitergeht, ist noch unklar. Dem unbeliebten Ex-Diktator soll nun in New York der Prozess gemacht werden. Washington wirft ihm und seinem Regime vor, den Drogenhandel in die USA zu unterstützen.
Verfolgen Sie hier alle Entwicklungen zur Lage in Venezuela im Liveblog.
1989 – USA stürzen Panamas Machthaber Noriega
US-Präsident George Bush ordnet 1989 die Invasion in Panama an. Das Ziel: die Absetzung von Machthaber Manuel Noriega, der wegen mutmaßlicher Verwicklung in den Drogenhandel in Ungnade gefallen ist. Rund 27.000 GIs beteiligen sich an dem Militäreinsatz »Just Cause« (Gerechter Grund) und übernehmen im Dezember 1989 die Kontrolle in Panama, Hunderte Menschen werden getötet. Noriega, der sich in die Botschaft des Vatikans geflüchtet hat, stellt sich am 3. Januar 1990. Ein Gericht in Florida verurteilt ihn zu 40 Jahren Haft wegen Drogenhandels und Geldwäsche, die Strafe wird später um die Hälfte reduziert. Bis zu seinem Tod 2017 ist Noriega in den USA, Frankreich und Panama inhaftiert.
Manuel Noriega
Foto: William Gentile / Corbis / Getty Images1983 – Karibik: US-Invasion in Grenada
Am 25. Oktober 1983 landen US-Soldaten auf der Karibikinsel Grenada. Präsident Ronald Reagan begründet die Operation »Urgent Fury« (etwa: Dringliche Wut) mit regionalen Sicherheitsinteressen und dem Schutz von rund tausend US-Bürgern auf der Insel. Grenada hatte sich nach dem Sturz von Regierungschef Eric Gairy durch den sozialistischen Anführer Maurice Bishop im Jahr 1979 Kuba und der Sowjetunion angenähert. Reagan erklärt den Einsatz, bei dem mehr als hundert Menschen getötet wurden, am 3. November 1983 für beendet. Auf Druck aus Washington setzt Grenada eine Übergangsregierung ein und hält 1984 Neuwahlen ab.
Achtzigerjahre – Nicaragua und El Salvador
In den Achtzigerjahren fügt die sogenannte Iran-Contra-Affäre dem Ansehen der USA schweren Schaden zu. Washington sieht die Annäherung Nicaraguas an Kuba und die Sowjetunion mit Argwohn, nachdem sandinistische Rebellen 1979 den US-freundlichen Machthaber Anastasio Somoza in Managua gestürzt hatten.
Präsident Reagan finanziert deshalb in einer verdeckten Operation des Auslandsgeheimdienstes CIA den Guerrillakrieg der nicaraguanischen »Contras«, einer antikommunistischen Gruppe, mit rund 20 Millionen US-Dollar. Die Mittel werden teils durch illegale Waffenverkäufe an Iran finanziert. Im nicaraguanischen Bürgerkrieg werden bis April 1990 Schätzungen zufolge 50.000 Menschen getötet.
Darüber hinaus entsendet Reagan Militärberater nach El Salvador, um den Aufstand der linksgerichteten Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) zu ersticken. Im Bürgerkrieg in dem zentralamerikanischen Land kommen von 1980 bis 1992 mehr als 70.000 Menschen ums Leben.
Siebzigerjahre – Hilfe für Diktatoren in Südamerika
In den Siebzigerjahren unterstützen die USA mehrere Militärdiktaturen in Südamerika, die sie als Bollwerk gegen linksgerichtete Kräfte erachten.
In Chile helfen die USA Diktator Augusto Pinochet aktiv beim Staatsstreich vom 11. September 1973 gegen den linksgerichteten Präsidenten Salvador Allende.
Salvador Allende nahm sich im Zuge eines Staatsstreichs das Leben
Foto: APIn Argentinien gibt US-Außenminister Henry Kissinger der Junta 1976 grünes Licht für ihren schmutzigen Krieg gegen Oppositionelle, mindestens 10.000 Menschen verschwinden.
Mit Billigung der USA verbünden sich in den Siebziger- und Achtzigerjahren zudem sechs südamerikanische Diktaturen (Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Brasilien), um im Rahmen des »Plan Condor« linksgerichtete Dissidenten zu beseitigen.
1961 – Schweinebucht-Invasion
Zum Debakel wird die US-Invasion in der Schweinebucht in Kuba, rund 250 Kilometer von der Hauptstadt Havanna entfernt. Dort versuchen im April 1961 rund 1400 von der CIA ausgebildete und finanzierte Exilkubaner zu landen, um den kommunistischen Machthaber Fidel Castro zu stürzen. Der von US-Präsident John F. Kennedy angeordnete Einsatz misslingt jedoch. Castro zwingt die Angreifer mit Tausenden Soldaten in die Knie, auf beiden Seiten werden jeweils etwa hundert Menschen getötet.
1954 – Umsturz in Guatemala
US-Präsident Dwight D. Eisenhower nimmt eine Landreform in Guatemala zum Anlass für eine Intervention. Eisenhower sieht durch die Verstaatlichung von Agrarflächen in dem zentralamerikanischen Land die Interessen der mächtigen United Fruit Corporation (später Chiquita Brands) der USA bedroht. US-finanzierte Söldner jagen den Präsidenten von Guatemala, Oberst Jacobo Arbenz Guzmán, im Juni 1954 aus dem Amt. Offiziell begründen die USA den CIA-Einsatz mit dem Kampf gegen den Kommunismus.






