US-Präsident Donald Trump hat ein mögliches Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in der kommenden Woche in Aussicht gestellt. In einem Interview mit dem Sender Fox News sagte Trump, er habe gehört, Machado werde »irgendwann nächste Woche« in die USA kommen. »Ich freue mich darauf, sie zu begrüßen«, sagte er. Konkreter wurde der Präsident nicht.
Bemerkenswert ist, dass Trump sich erst am Wochenende skeptisch zu Machados politischer Zukunft in Venezuela geäußert hatte. Nach der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores durch US-Streitkräfte erklärte er, Machado fehle es an Rückhalt im Land: »Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt«, sagte Trump. »Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung.«
Machados Aufenthaltsort weiterhin unbekannt
Trump verneinte die Frage, ob er wisse, wo sich Machado derzeit aufhalte und ob er mit ihr gesprochen habe. Die Oppositionsführerin hatte mehr als ein Jahr im Untergrund gelebt und war im Dezember 2025 unter strenger Geheimhaltung zur Entgegennahme des Friedensnobelpreises nach Oslo gereist. Wo sie sich derzeit aufhält, ist nicht bekannt. Nach ihrer Ausreise hatte sie angekündigt, wieder nach Venezuela zurückzukehren. Ob sie dort politisch handlungsfähig wäre, bleibt angesichts des Drucks durch Sicherheitskräfte und Justiz offen.
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Machado hatte sich zuletzt überschwänglich bei Trump für die Festnahme Maduros bedankt und den 3. Januar als »Tag, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat«, bezeichnet. Die USA hatten in der Nacht zum vergangenen Samstag einen groß angelegten Militärangriff gestartet und Maduro sowie seine Frau festgesetzt. In New York plädierten beide bei einem ersten Gerichtstermin auf nicht schuldig.
