Die venezolanische Übergangsregierung wird den USA nach den Worten von US-Präsident Donald Trump bis zu 50 Millionen Barrel Öl liefern. Es handele sich um sanktioniertes Öl, das zum Marktpreis verkauft werde, erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Das Geld werde von ihm als Präsident kontrolliert, »um sicherzustellen, dass es den Menschen in Venezuela und den Vereinigten Staaten zugutekommt«.
Das Öl soll per Schiff direkt in die Häfen der USA transportiert werden. Präsident Trump habe Energieminister Chris Wright angewiesen, den Plan »unverzüglich» umzusetzen. Zur Einordnung: 50 Millionen Barrel Öl entsprechen etwa dem US-Verbrauch in rund zweieinhalb Tagen.
President Trump says the "interim authorities" in Venezuela will give 30-50 million barrels of oil to the US to then sell at market price, "and that money will be controlled by me, as President of the United States of America, to ensure it is used to benefit the people of… pic.twitter.com/VCNa2vvHjO
— Kaitlan Collins (@kaitlancollins) January 6, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Samstag bei einem groß angelegten Militäreinsatz Ziele in Venezuela angegriffen, den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen und in die USA gebracht. Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde vom Obersten Gericht Venezuelas inzwischen zur Interimspräsidentin ernannt.
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen der Welt
Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf den USA dagegen vor, es allein auf die riesigen Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Die Lage änderte sich dramatisch, nachdem der damalige sozialistische Staatschef Hugo Chávez 2007 die Industrie weiter verstaatlichte und den Besitz von US-Firmen beschlagnahmt hatte.
Trump sagte nach dem Militäreinsatz, US-Unternehmen würden »reingehen, Milliarden von Dollar ausgeben und die kaputte Infrastruktur reparieren«.
Laut Robert Kaufmann, Ölmarktforscher und Professor an der Boston University, gebe es »für Amerikas Ölkonzerne wenig Anreiz, in Venezuela im großen Stil zu bohren«, sagt er dem SPIEGEL . »Die internationalen Rohölmärkte sind mehr als ausreichend versorgt, das OPEC-Kartell sitzt auf großen ungenutzten Kapazitäten, und die Preise sind spürbar gefallen. Die Welt braucht kein zusätzliches Öl aus Venezuela.«
