Nicolás Maduro hat seine persönlichen Sicherheitsvorkehrungen offenbar verschärft. Das berichtet die »Financial Times« (FT). Der venezolanische Machthaber setzt demnach seit Langem auf kubanische Leibwächter, plant aber seine öffentlichen Auftritte nun anders als früher. Der 63-Jährige lässt seine Ansprachen erst kurz vorher ankündigen, zudem vermeidet er gemeinsame Auftritte mit hochrangigen Militärs und Parteikadern. Mit diesem Vorgehen versucht Maduro, das Risiko einer gezielten Tötung seiner selbst und weiterer Regimestützen zu minimieren.
Die Sicherheitslage in der Karibik hat sich so sehr verschlechtert, dass nun auch das Auswärtige Amt dringend vor Reisen nach Venezuela abrät. Die Lage in dem südamerikanischen Land sei angespannt und könne sich auch kurzfristig weiter verschlechtern, heißt es in dem im Internet veröffentlichten Reisehinweis des Auswärtigen Amtes. Zuvor hatte es zudem eine US-Warnung für den Luftverkehr in der Region gegeben.
Das US-Militär zieht derzeit Kräfte in der Karibik zusammen. Zahlreiche angebliche Drogenboote wurden bereits vor Lateinamerikas Küsten aus der Luft zerstört. Dabei wurden nach Angaben der Vereinigten Staaten mehr als 80 Menschen getötet.
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Seit Montag stuft die Regierung in Washington das »Cartel de los Soles« (»Kartell der Sonnen«) als ausländische terroristische Organisation ein – es soll in Drogengeschäfte verwickelt sein. Das US-Außenministerium wirft Maduro vor, es anzuführen.
Der Vorwurf ist brisant, schließlich hat Kriegsminister Pete Hegseth erst unlängst erklärt, dass man die Kartelle jagen werde wie dereinst die Terrorgruppe al-Qaida.
Bei dem Kartell soll es sich um ein kriminelles Netzwerk aus Offizieren der venezolanischen Streitkräfte handeln. Sicherheitsexperten sind sich allerdings uneins darüber, ob es als hierarchisch organisierte Gruppe überhaupt existiert.
Caracas bezeichnete die Einstufung der Gruppe als Terrororganisation als »lächerliche Farce« und bestritt die Existenz eines solchen Kartells. Venezuela wirft Washington vor, einen Regimewechsel in dem ölreichen Land herbeiführen zu wollen.

