Als venezolanischer Präsident unterschied sich Nicolás Maduro modisch oft nur wenig von anderen Diktatoren. Zwar trug er ab und an mal Trainingsjacke, um sich als Mann des Volkes zu zeigen. Bei öffentlichen Terminen zeigte aber auch er sich regelmäßig in Uniform, mit allerlei goldfarbenen Insignien und einer Schärpe in den Farben seines Landes. Häufig jedoch ließ er sich vor allem kampfbereit im Camouflage-Look samt Schirmmütze ablichten.
Nach seiner Gefangennahme muss er auf all das verzichten. Gefesselt und mit Augenbinde wurde er ausgeflogen, wie auf einem veröffentlichten Foto zu sehen ist – ausgerechnet in einem Jogginganzug der Marke Nike, die aus den USA stammt. Der britische »Telegraph « lästerte angesichts der lässigen Kleidung des ehemaligen Busfahrers bereits über den »Niedergang des Diktatoren-Chic«. Ob es sich um Maduros eigenen Jogginganzug handelte, ist unklar.
— Rapid Response 47 (@RapidResponse47) January 3, 2026
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Bei Google Trends weit oben
Der Sportartikelhersteller Nike könnte jedoch von dem Coup profitieren. Im Internet lässt sich bereits ein enormer Anstieg der Suchergebnisse nach der Kombination »Maduro Nike« feststellen. Sie zählte weltweit zwischenzeitlich zu den beliebtesten Begriffen, wie ein Blick in die Zahlen von Google Trends verrät.
Search-Score bei Google Trends: Hohes Interesse
Foto: Google TrendsIn einigen Medien ist gar davon zu lesen, dass der graue Zweiteiler – dem Anschein nach ein Modell aus der »Tech Fleece«-Kollektion – in manchen Onlineshops ausverkauft war. Die Entwicklung der Suchanfragen im Keyword-Umfeld »Maduro« deutet darauf hin, dass die Kleiderfrage die Menschen tatsächlich brennend interessiert:
Screenshot von Google Trends
Foto:Google Trends
Gern wüsste man, wie Nike über diese Aufmerksamkeit denkt. Ist es willkommene Werbung? Oder ist die Nähe zum festgenommenen Staatschef, dem in New York unter anderem wegen Drogenterrorismus der Prozess gemacht werden soll , ein Imageproblem auf dem Heimatmarkt USA? Und ziehen die Verkäufe des Jogginganzugs mit schwarzer Kordel im Hosenbund tatsächlich an? Bislang hat sich das Unternehmen nicht offiziell dazu geäußert.
Langfristig könnten die Kunden selbst diese Fragen beantworten. Als popkulturelles Statussymbol indes taugt solch ein Jogginganzug schon Karl Lagerfeld zufolge eher nicht – ganz unabhängig vom verbrecherischen Charakter des sozialistischen Herrschers Maduro.
