Deutlicher hätte María Corina Machado ihre Kritik an Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez nicht formulieren können: »Ich glaube, niemand hat Vertrauen in Delcy Rodríguez«, sagte die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio in Washington vor Journalisten.
Rodríguez war Vizepräsidentin unter Präsident Nicolás Maduro und wurde vom Obersten Gericht des Landes nach Maduros Gefangennahme durch die USA Anfang Januar als Interims-Staatschefin eingesetzt.
»Wir sprechen hier von Kriminellen«
»Wir sprechen hier von Kriminellen«, sagte Machado über die Maduro-Regierung, der Rodríguez angehörte. »Sie haben ein Drittel unserer Bevölkerung dazu gebracht, unser Land zu verlassen und zu fliehen«, fügte die Oppositionspolitikerin hinzu. Die venezolanische Regierung habe »das kriminellste Folter- und Unterdrückungssystem in der Geschichte dieser Hemisphäre geschaffen«. Rodríguez sei »ein wesentlicher Teil« dieses Systems des »Staatsterrorismus«.
Rubio hatte zuvor vor dem Senatsausschuss für auswärtige Beziehungen in Washington erklärt, er sei optimistisch hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit zwischen den USA und Venezuela. »Wir sind davon überzeugt, dass ihre eigenen Interessen mit der Verfolgung unserer wichtigsten Ziele übereinstimmen.«
Obwohl Rodríguez eine enge Verbündete Maduros war, hatte sich Trump bereiterklärt, mit ihr zusammenzuarbeiten, solange ihre Regierung sich an Washingtons Vorgaben hält. Die venezolanische Führung setzt seit Maduros Absetzung auf eine Annäherung an Washington. Rodríguez unterstützt etwa eine Öffnung des Ölsektors für ausländische Investoren, kündigte Gespräche mit der Opposition an und ließ politische Gefangene frei.
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Vor zwei Wochen hatte Trump jedoch auch Machado empfangen und von ihr die Medaille des Friedensnobelpreises überreicht bekommen. Nachdem er Machado zunächst nicht zugetraut hatte, die mächtigen Streitkräfte und Geheimdienste Venezuelas zu kontrollieren, sagte Trump, er würde es »sehr begrüßen«, wenn sie »in irgendeiner Form beteiligt« wäre.
