Der prominente venezolanische Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa steht unter Hausarrest. Er war wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis offenbar verschleppt worden. Nun teilte sein Sohn Ramón Guanipa über die Plattform X mit: »Ich bestätige, dass mein Vater Juan Pablo Guanipa bei mir zu Hause ist.« Er zeigte sich erleichtert darüber, dass die Familie wieder zusammen sein könne. Gleichzeitig kritisierte er, dass sein Vater weiterhin zu Unrecht unfrei sei.
Confirmo que mi papá, Juan Pablo Guanipa, está en mi casa en Maracaibo.
— Juan Pablo Guanipa (@JuanPGuanipa) February 10, 2026
Estamos aliviados de saber que mi familia estará junta pronto.
Aprovecho para agradecer, en nombre de mi familia, al gobierno de los Estados Unidos, al presidente Donald Trump y al Secretario de Estado…
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Auch Guanipas Partei bestätigte den Hausarrest. »Wir danken dem nationalen und internationalen Druck, der es möglich gemacht hat, dass Juan Pablo sich wieder mit seinen Kindern und seiner Familie vereinen konnte«, teilte »Primero Justicia« ebenfalls auf X mit . »Unser Kampf dauert an, bis alle absolute und bedingungslose Freiheit genießen.«
Familie von Guanipa: Kurz nach Freilassung entführt
Guanipa war nach Angaben seiner Familie und Partei wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis von schwer bewaffneten Männern in Zivil abgeführt worden. Sein Aufenthaltsort war daraufhin über einen Tag lang unbekannt gewesen. Angehörige und Opposition hatten von einer Entführung gesprochen und einen Lebensnachweis gefordert. Die venezolanische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Vorfall hingegen als erneute Festsetzung und begründete diese mit einem angeblichen Verstoß gegen Auflagen. Guanipas Sohn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Guanipa, der Vorsitzende der Partei Primero Justicia, war im Mai 2025 festgenommen worden. Die Regierung des damals noch amtierenden autoritären Staatschefs Nicolás Maduro warf ihm vor, Terroranschläge zur Störung von Wahlen geplant zu haben. Unterstützer und Menschenrechtsorganisationen wiesen die Vorwürfe zurück.
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Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal gibt es in Venezuela rund 800 politische Häftlinge. Die geschäftsführende Regierung von Präsidentin Delcy Rodríguez hatte nach der Festnahme Maduros Anfang Januar die Freilassung zahlreicher Gefangener angekündigt.
Maduro ist weg, sein Regime nicht: In der venezolanischen Opposition macht sich in diesen Tagen eine tiefe Enttäuschung breit. Lesen Sie hier mehr dazu .
