SpOn 18.11.2025
19:11 Uhr

Venezuela: John Bolton kritisiert Donald Trump für Karibik-Kurs


Donald Trump denkt öffentlich über den Einsatz von Bodentruppen in Venezuela nach. Sein Ex-Sicherheitsberater John Bolton attestiert ihm eine Wild-West-Politik. Ein Land in der Region stellt sich nun gegen den Aufmarsch.

Venezuela: John Bolton kritisiert Donald Trump für Karibik-Kurs

Donald Trump hat eine Armada in der Karibik zusammengezogen. Nun schließt er die Entsendung von Bodentruppen nach Venezuela nicht mehr aus, das berichtet  unter anderem die »Washington Post«. Vor diesem Hintergrund sagte  John Bolton, sein ehemaliger Sicherheitsberater, dem TV-Sender CNN: »Präsident Trump hat den Revolver auf den Tisch gelegt.«

US-Kriegsschiffe in der Karibik

US-Kriegsschiffe in der Karibik

Foto: US Navy / REUTERS

Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bislang mindestens 83 Menschen getötet.

Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten zu fördern und damit die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas linksnationalistischer Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz. Die US-Regierung sieht Maduro nicht als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an.

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In Ecuador haben sich die Wähler derweil in einem Referendum gegen die Wiedereinrichtung ausländischer Militärstützpunkte in dem südamerikanischen Land ausgesprochen. Das gab Ecuadors Wahlbehörde am Sonntag bekannt. Damit verhindern die Wähler, dass die US-Streitkräfte zu einem früher von ihr genutzten Stützpunkt in der Stadt Manta an der Pazifikküste zurückkehren können. Von dort waren früher Anti-Drogen-Einsätze gestartet.

In der Stadt Manta waren ein Jahrzehnt lang US-Flugzeuge für Maßnahmen zur Drogenbekämpfung stationiert, bevor Ecuador 2008 eine neue Verfassung verabschiedete, die ausländische Stützpunkte auf seinem Territorium verbot.

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Der Ausgang des Referendums ist ein herber Rückschlag für den ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa, einen Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. »Wir respektieren den Willen des ecuadorianischen Volkes«, schrieb Noboa nach Bekanntgabe der Ergebnisse im Kurzbotschaftendienst X.

Das ehemals als relativ sicher geltende Ecuador hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Drehscheibe des internationalen Drogenhandels entwickelt. Kartelle und Banden kämpfen um Reviere und um Schmuggelrouten, über die Kokain und andere Drogen aus den Nachbarländern Kolumbien und Peru unter anderem in die USA gelangen.

dop/AFP