SpOn 13.01.2026
01:30 Uhr

Venezuela: Donald Trump kokettiert damit, amtierender Präsident zu sein


In seinem Onlinenetzwerk postet der US-Präsident ein Bild, das ihn auch als venezolanischen Staatschef betitelt. Die tatsächliche geschäftsführende Präsidentin in Caracas findet dafür deutliche Worte.

Venezuela: Donald Trump kokettiert damit, amtierender Präsident zu sein

Sieht sich US-Präsident Donald Trump infolge des amerikanischen Militäreinsatzes in Caracas als Staatschef Venezuelas? Zumindest scheint es ihm zu gefallen, genau damit zu kokettieren: Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump einen Screenshot  im Stile des Onlinelexikons Wikipedia, der ihn als »amtierenden Präsidenten von Venezuela« beschreibt. In der Zeile darunter heißt es dann korrekt, er sei auch der 45. und 47. Präsident der USA.

Trump postet immer wieder provokative oder auch augenzwinkernde Inhalte. So veröffentlichte er zum Beispiel Fotomontagen, die ihn mit Krone als König zeigten als Reaktion auf die Proteste in den USA mit dem Motto »No Kings« (»Keine Könige«). Trumps Post zu Venezuela scheint mit der Frage zu spielen, wer dort nun letztlich das Sagen hat – keine grundlose Frage.

Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez äußerte sich dazu im staatlichen Fernsehsender VTV. In Venezuela habe nur eine Regierung das Sagen, erklärte sie: »Hier gibt es eine geschäftsführende Präsidentin und einen in den Vereinigten Staaten als Geisel gehaltenen Präsidenten.« (Mehr zu Rodríguez neuer Rolle erfahren Sie hier .)

Vereidigung von Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin Venezuelas (am 5. Januar)

Vereidigung von Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin Venezuelas (am 5. Januar)

Foto:

Venezuelan National Assembly / Anadolu Agency / IMAGO

Das US-Militär hatte Anfang Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas angegriffen und dabei in einer Kommandoaktion den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefangen genommen. Sie wurden in die USA gebracht, wo sich Maduro unter anderem wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss (mehr dazu hier ).

Venezuela wird inzwischen von Rodríguez geführt, die zuvor unter Maduro Vizepräsidentin gewesen war. Trump zufolge stimmt sie sich regelmäßig mit seiner Regierung über den künftigen Kurs des Landes ab, etwa in Gesprächen mit Außenminister Marco Rubio (mehr zum »Vizekönig von Venezuela« erfahren Sie hier ). Die Regierung in Caracas betont hingegen, sie sei nicht an Anweisungen von außen gebunden.

Trump empfängt Machado offenbar am Donnerstag im Weißen Haus

Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado wird derweil Medienberichten zufolge an diesem Donnerstag von Trump empfangen. Der Besuch sei im Weißen Haus geplant, berichteten die US-Sender CNN und CBS News sowie »Politico« unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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Machado reist derzeit durch Europa. Im vergangenen Dezember war sie nach elf Monaten im Untergrund erstmals wieder in Erscheinung getreten, um in Norwegen den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen.

aar/dpa