Wichtige Updates
Sortierung
Dirk Kurbjuweit
SPIEGEL-Chefredakteur

Analyse: Wilde Weltpolitik
Er hat es getan. Was sich lange ankündigte, ist an diesem Wochenende passiert. Präsident Donald Trump ließ seine Streitkräfte Caracas angreifen, die Hauptstadt Venezuelas. Nachdem die USA angebliche Drogenschmugglerboote versenkt und einen Tanker gestürmt haben, ist nun die nächste Stufe dieses Krieges erreicht.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, der ein übler Autokrat ist, nannte dies eine »imperialistische Attacke«, zu Recht. Trump nimmt sich raus, dass er über die politischen Geschicke eines souveränen Staates entscheidet, ein regime change ist das Ziel. Das irgendwie linke Regime Maduros soll verschwinden.
Auch wenn das für die verarmte Bevölkerung Venezuelas wahrscheinlich besser wäre, ist es nicht Sache der USA, militärisch für einen Wechsel zu sorgen. Damit wird nun endgültig das Recht des Stärkeren in der Weltordnung etabliert, ganz sicher zur Freude von Wladimir Putin, der sich nun in gewisser Weise bestätigt fühlen darf: Warum soll er die Ukraine nicht überfallen dürfen, wenn die USA Venezuela überfallen? Jeder hat halt so seine eigene Einflusszone, in der er sich aufführt, wie es ihm beliebt.
Chinas Präsident Xi Jinping, der sich ebenfalls zu den Stärkeren der Welt zählen kann, wird das mit Interesse verfolgen und bald womöglich das gleiche »Recht« für sich reklamieren, vielleicht gegenüber Taiwan.
Man sieht sie vor sich, die Starken und Halbstarken der Welt, wie sie Landkarten studieren und militärische Dossiers lesen. Anything goes ist ein Satz über das wilde Leben. Nun ist es auch ein Satz über wilde Weltpolitik.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
US-Politiker verurteilen Angriff auf Venezuela
Mehrere US-Parlamentarier äußern Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens der USA gegen Venezuela. Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego, schrieb im Kurznachrichtendienst X: »Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten.«
Ruben Gallego. Foto: Ross D. Franklin / AP / dpa
Auch ein Parteifreund von US-Präsident Donald Trump, der republikanische Senator Mike Lee aus Utah, meldete Zweifel an: »Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt.«
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
US-Verbündeter Großbritannien außen vor
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, sein Land sei nicht an den US-Angriffen auf Venezuela beteiligt gewesen und er wolle mit US-Präsident Donald Trump sprechen, um die genauen Umstände zu klären. »Ich möchte zunächst die Fakten feststellen. Ich möchte mit Präsident Trump sprechen. Ich möchte mit den Verbündeten sprechen. Ich kann mit absoluter Gewissheit sagen, dass wir nicht beteiligt waren und ich sage und glaube immer, dass wir alle das Völkerrecht achten sollten«, sagte er in einer Erklärung gegenüber britischen Fernsehsendern.
Britischer Premierminister Sir Keir Starmer. Foto: Isabel Infantes / PA Wire / dpa
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Jonas Mielke
Nachrichtenressort

Krisenstab berät im Auswärtigen Amt
Die Bundesregierung beobachte die Entwicklung in Venezuela »mit größter Sorge«, der Krisenstab berate im Auswärtigen Amt über die Situation, verlautete von dort. Zuerst hatte »Bild« darüber berichtet.
Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas, heißt es. Die Lage sei derzeit noch unübersichtlich. »Wir stimmen uns eng mit unseren Partnern ab.«
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
Anklage gegen Maduro in den USA
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, US-Justizministerin Pam Bondi habe mitgeteilt, dass Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores im südlichen Bezirk von New York angeklagt worden seien. Auch der US-Generalstaatsanwalt äußerte sich dementsprechend.
Abgesetzter Machthaber von Venezuela Nicolas Maduro und US-Präsident Trump. Foto: Federico Parra und Saul Loeb / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Claus Hecking
Amerika-Korrespondent
Die US-Regierung plant nach Angaben des republikanischen Senators Mike Lee offenbar vorerst keine Fortsetzung der Angriffe auf Venezuela. Lee teilte mit, er habe mit Außenminister Marco Rubio gesprochen. Dieser »rechnet nicht mit weiteren Maßnahmen in Venezuela, da Maduro nun in US-Gewahrsam ist«.
Laut Präsident Donald Trump wurde Staatspräsident Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht.
Dies bedeutet allerdings noch keinen Machtwechsel in Venezuela. Bislang deutet nichts darauf hin, dass Maduros bisherige Regierung die Kontrolle über das Land verloren hätte. Am Morgen (Ortszeit, Venezuela ist fünf Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück) verlangte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez in einer Ansprache im Staatsfernsehen Auskunft von der US-Regierung über den Verbleib Maduros und dessen offenbar ebenfalls gefangen genommener Ehefrau.
Laut Präsident Donald Trump wurde Staatspräsident Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht.
Dies bedeutet allerdings noch keinen Machtwechsel in Venezuela. Bislang deutet nichts darauf hin, dass Maduros bisherige Regierung die Kontrolle über das Land verloren hätte. Am Morgen (Ortszeit, Venezuela ist fünf Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück) verlangte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez in einer Ansprache im Staatsfernsehen Auskunft von der US-Regierung über den Verbleib Maduros und dessen offenbar ebenfalls gefangen genommener Ehefrau.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Jonas Mielke
Nachrichtenressort

Spaniens Premierminister ruft zur Mäßigung auf
Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat auf X eine Erklärung des Außenministeriums geteilt. Das Völkerrecht und die UN-Charta müssten beachtet werden, heißt es darin. Man verfolge die Ereignisse in Venezuela aufmerksam, Botschaft und Konsulate seien weiterhin geöffnet.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
Venezolanischer Innenminister äußert sich – Angriff »teilweise gelungen«
Nach Einschätzung der Regierung in Caracas haben die USA mit ihrem Angriff auf Venezuela und mit der Gefangennahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro ihr Ziel nur teilweise erreicht. »Das Land ist ganz ruhig. Was sie mit ihren Bomben und Raketen erreichen wollten, ist ihnen nur teilweise gelungen«, sagte Innenminister Diosdado Cabello mit Militärhelm und taktischer Weste umgeben von Bewaffneten im Staatsfernsehen. »Sie haben erwartet, dass das Volk feige die Flucht ergreift. Das ist nicht geschehen. Die Zeit der Feiglinge ist vorbei.«
Foto: Miguel Gutierrez / EPA
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Jonas Mielke
Nachrichtenressort

Leseempfehlung: Wer ist Nicolás Maduro?
Nicolás Maduro ist seit 2013 amtierender Präsident Venezuelas. Seither hat er Putschversuche, Wirtschaftskrisen und Wahlniederlagen ausgesessen – ebenso wie sein 2013 verstorbener Amtsvorgänger Hugo Chávez.
Mehr über Maduro und die zunehmenden Spannungen mit der US-Regierung in den vergangenen Wochen lesen Sie hier.
Mehr über Maduro und die zunehmenden Spannungen mit der US-Regierung in den vergangenen Wochen lesen Sie hier.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Trump äußert sich im Telefoninterview mit der »New York Times«
US-Präsident Donald Trump soll laut »New York Times« die US-Mission in Venezuela gefeiert haben. »Viel gute Planung und viele großartige, großartige Soldaten und großartige Menschen«, zitiert ihn das Medium. »Es war tatsächlich eine brillante Operation.« Die Frage, ob Trump vor dem Angriff die Zustimmung des US-Kongresses eingeholt hatte, kommentiert der Präsident demnach so: »Wir werden darüber sprechen.« Und: »Wir werden eine Pressekonferenz abhalten.«
Donald Trump. Foto: Jessica Koscielniak / REUTERS
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
EU mahnt die USA
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, sie habe mit dem amerikanischen Außenminister Marco Rubio über die Lage in Venezuela telefoniert. Die EU beobachte die Situation in Venezuela aufmerksam.
Kaja Kallas. Photo by Nicolas Tucat/ AFP
Kallas betonte, die EU habe wiederholt erklärt, dass Maduro keine Legitimität besitzt. Dennoch setze sich die europäische Staatengemeinschaft für einen friedlichen Übergang ein. »Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf«, und die Sicherheit der EU-Bürger in Venezuela habe höchste Priorität, so Kallas.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Iran kritisiert Verstoß gegen UN-Charta
Iran hat die US-Angriffe auf Venezuela scharf verurteilt. »Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN-Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar«, erklärte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Dieser »aggressive Akt« müsse umgehend und eindeutig verurteilt werden, so das Ministerium weiter.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Russland verurteilt US-Angriff
Das russische Außenministerium hat den Angriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt. »Heute Morgen haben die USA einen bewaffneten Angriff auf Venezuela verübt. Dies gibt Anlass zu tiefer Besorgnis und Verurteilung«, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. Es gebe keine Rechtfertigung für diese »bewaffnete Aggression«. In der jetzigen Lage sei es wichtig, eine weitere Eskalation zu verhindern und sich auf eine Lösung durch Dialog zu konzentrieren, so das Ministerium. Russland zählt ebenso wie China und Iran zu Venezuelas Verbündeten.
Solche Handlungen, sollten sie tatsächlich stattgefunden haben, stellten eine inakzeptable Verletzung der Souveränität eines unabhängigen Staates dar. Man sei »zutiefst besorgt über Berichte, wonach Venezuelas Präsident Maduro und seine Ehefrau im Zuge der heutigen aggressiven Aktionen der Vereinigten Staaten gewaltsam aus dem Land gebracht wurden.«
Solche Handlungen, sollten sie tatsächlich stattgefunden haben, stellten eine inakzeptable Verletzung der Souveränität eines unabhängigen Staates dar. Man sei »zutiefst besorgt über Berichte, wonach Venezuelas Präsident Maduro und seine Ehefrau im Zuge der heutigen aggressiven Aktionen der Vereinigten Staaten gewaltsam aus dem Land gebracht wurden.«
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
Venezolanische Friedensnobelpreisträgerin unterstützt Trump
Noch vor drei Wochen hat die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado US-Präsident Donald Trump für den harten Kurs gegen ihr Land Rückendeckung gegeben. »Ich unterstütze Präsident Trumps Strategie voll und ganz, und wir, das venezolanische Volk, sind ihm und seiner Regierung sehr dankbar«, sagte sie in der CBS-Sendung »Face the Nation«.
María Corina Machado. Foto: Ole Berg-Rusten / NTB / AFP
Da war allerdings noch nicht abzusehen, dass die USA Venezuela tatsächlich angreifen werden. Machado nannte Trump einen »Champion der Freiheit« der westlichen Welt. Die Oppositionsführerin, die zwischenzeitlich im Untergrund leben musste, sagte in dem Interview: »Wir wollen, dass alle rechtlichen Schritte durch die Strafverfolgungsbehörden unternommen werden, nicht nur durch die USA.« Maduro sei derjenige gewesen, »der dem venezolanischen Volk den Krieg erklärt hat«.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Jonas Mielke
Nachrichtenressort

Leseempfehlung: Hat es Trump auf venezolanische Bodenschätze abgesehen?
Der US-Präsident hat Venezuela bereits länger im Visier. Das südamerikanische Land verfügt über 17 Prozent der weltweit bekannten Ölvorkommen und führt damit noch vor Saudi-Arabien, Russland und den USA die Statistik an. Mehr über die venezolanische Ölindustrie und wie die USA versuchen, sich den Zugriff auf die wertvollen Rohstoffe zu sichern, lesen Sie hier.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Video zeigt Explosionen in der Nähe des Flughafens Higuerote
Mehrere Clips in den sozialen Medien, die vom SPIEGEL verifiziert wurden, zeigen Explosionen in der Nähe des Flughafens Higuerote in Venezuela.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Venezuelas Verteidigungsminister ruft zum Widerstand auf
Nach den US-Angriffen auf Venezuela hat der Verteidigungsminister des südamerikanischen Landes zum Widerstand aufgerufen. »Sie haben uns angegriffen, aber sie werden uns nicht brechen«, sagte Vladimir Padrino in einer Videobotschaft. »Vereint bilden Soldaten und das Volk eine unzerstörbare Mauer des Widerstands.« Alle Truppen würden zur Landesverteidigung eingesetzt.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Janko Tietz
Nachrichtenressort
UN-Charta verbietet Anwendung militärischer Gewalt
Ob die US-Verfassung einen militärischen Eingriff wie den in Venezuela vorsieht, wird sicher noch Gegenstand heftiger Debatten sein. Daneben gibt es aber auch die völkerrechtliche Frage. Schon die US-Angriffe auf angebliche Boote von Drogenschmugglern in der Karibik in den vergangenen Monaten wurden von Rechtsexperten als Verstoß gegen internationales Recht bezeichnet.
Die Angriffe auf die Boote verstießen zunächst wohl gegen das in der UN-Charta verankerte Gewaltverbot, sagte Thilo Marauhn, Leiter der Forschungsgruppe Völkerrecht am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung der Deutschen Presse-Agentur. Demnach ist sowohl die Androhung als auch die Anwendung militärischer Gewalt verboten. Da die USA nicht angegriffen wurden und der UN-Sicherheitsrat die Maßnahmen nicht erlaubt hat, treffe keine der beiden anerkannten Ausnahmen von diesem Verbot zu, so Marauhn.
Foto: Video Obtained By Reuters / REUTERS
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Mathieu von Rohr
Leiter des Auslandsressorts
Blitzanalyse: Maduro ist gefangen genommen – doch wie geht es weiter?
Machthaber Maduro und seine Frau sollen laut US-Präsident Donald Trump gefasst und außer Landes sein – doch bedeutet das auch das Ende des venezolanischen Regimes? Das ist unklar und beschäftigt auch die Menschen in Venezuela:
Eine Einwohnerin von Caracas schreibt dem SPIEGEL zur Festnahme Maduros: »Viele weitere sind noch auf freiem Fuß. Alle machen sich Sorgen, wer am Ende die Macht übernehmen wird – das lässt sich kaum vorhersagen.«
Tatsächlich ist das Machtgefüge des Regimes stark: Sicherheitsapparate, Militärführung und Parteikader sind seit Jahren eng miteinander verflochten und könnten auch ohne Maduro handlungsfähig bleiben. Ob es zu einem echten Machtwechsel kommt, hängt auch von der Loyalität dieser Strukturen ab – und davon, ob sie geschlossen bleiben.
Eine Einwohnerin von Caracas schreibt dem SPIEGEL zur Festnahme Maduros: »Viele weitere sind noch auf freiem Fuß. Alle machen sich Sorgen, wer am Ende die Macht übernehmen wird – das lässt sich kaum vorhersagen.«
Tatsächlich ist das Machtgefüge des Regimes stark: Sicherheitsapparate, Militärführung und Parteikader sind seit Jahren eng miteinander verflochten und könnten auch ohne Maduro handlungsfähig bleiben. Ob es zu einem echten Machtwechsel kommt, hängt auch von der Loyalität dieser Strukturen ab – und davon, ob sie geschlossen bleiben.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Hintergrund: USA hatten massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den vergangenen Monaten zunehmend eskaliert. Seit September hatte das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100 Menschen getötet.
Zuletzt hatten US-Streitkräfte Donald Trump zufolge einen angeblichen »Drogenumschlagplatz« in Venezuela angegriffen. »Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden«, sagte der US-Präsident.
Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger USS »Gerald R. Ford« – begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber – in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz »Südlicher Speer« (»Southern Spear«) gegen den Drogenschmuggel.
Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland – und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Schiff der US-Marine. Foto: Eva Marie Uzcategui / REUTERS
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Video zeigt Brand im Hafen von La Guaira
Ein Clip in den sozialen Medien, der vom SPIEGEL verifiziert wurde, zeigt Feuer in der Nähe des Hafens von La Guaira. Über den Seehafen erreicht Venezuela ein Großteil der Importe.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Claus Hecking
Amerika-Korrespondent
FAA untersagt US-Flüge über Venezuela
Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA verbietet US-Verkehrsflugzeugen, über Venezuela hinwegzufliegen. Die FAA begründet dies mit »Flugsicherheitsrisiken im Zusammenhang mit den anhaltenden Militäraktionen«. Die Anordnung wurde am Samstag um 2 Uhr morgens Ortszeit von Caracas (7 Uhr MEZ) erlassen, also etwa zum Beginn des mutmaßlichen US-Angriffs, und soll am Sonntag um 1 Uhr Ortszeit enden. Eine Karte des Internet-Portals flightradar24 zeigte am Samstag gegen 5.45 Uhr Ortszeit (10.45 Uhr MEZ), dass Verkehrsflugzeuge den Luftraum über Venezuela weitgehend meiden.
Flugzeuge meiden den Luftraum über Venezuela. Foto: Flightradar24.com
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Trump meldet Gefangennahme von Venezuelas Machthaber Maduro
US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Venezuela angegriffen haben. Es habe sich um einen groß angelegten Angriff gegen das Land und seinen Anführer gehandelt, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sei gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Für 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) kündigte Trump eine Pressekonferenz an.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Claus Hecking
Amerika-Korrespondent
Botschaft rät US-Bürgern in Venezuela zur sofortigen Ausreise
Die US-Botschaft in Kolumbien warnt US-Staatsangehörige auf der Internetseite der seit Jahren geschlossenen US-Botschaft in Venezuela davor, sich in dem Land aufzuhalten. Man rate »allen US-Bürgern in Venezuela dringend zur sofortigen Ausreise«, heißt es dort. US-Staatsangehörige »sollten sich in Sicherheit bringen und das Land umgehend verlassen, sobald dies gefahrlos möglich ist.«
Im März 2019 hatte das US-Außenministerium den Betrieb der Botschaft in Caracas eingestellt und nach offiziellen Angaben sämtliche Diplomaten abgezogen. Die US-Regierung könne »US-Bürgern in Venezuela keine Notfallhilfe leisten«, heißt es auf der Website.
Im März 2019 hatte das US-Außenministerium den Betrieb der Botschaft in Caracas eingestellt und nach offiziellen Angaben sämtliche Diplomaten abgezogen. Die US-Regierung könne »US-Bürgern in Venezuela keine Notfallhilfe leisten«, heißt es auf der Website.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Mathieu von Rohr
Leiter des Auslandsressorts
Auf diese Ziele konzentrieren sich die Angriffe
Laut Videos in den sozialen Medien und Augenzeugenberichten konzentrieren sich die Angriffe auf strategisch wichtige Ziele in der Nähe der Hauptstadt Caracas. Getroffen wurden unter anderem:
- Fuerte Tiuna, der wichtigste Militärstützpunkt des Landes und Hauptquartier wesentlicher Teile der venezolanischen Streitkräfte; er gilt als zentrales Machtzentrum des Militärs in der Hauptstadt.
- La Carlota Air Base, ein Luftwaffenstützpunkt im Osten von Caracas; er spielte wiederholt eine Rolle bei politischen Krisen und gilt als Hauptquartier der Luftwaffe.
- Hafen von La Guaira, der wichtigste Seehafen Venezuelas; über ihn läuft ein Großteil der Importe in das Land, darunter Lebensmittel, Treibstoff und Versorgungsgüter.
Laut der Regierung in Caracas wurden »zivile und militärische Ziele« in den Regionen Miranda, Aragua und La Guaira im Umland der Hauptstadt getroffen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Jonas Mielke
Nachrichtenressort

Kolumbiens Präsident zeigt sich alarmiert
Der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro schreibt auf X: »In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen.« Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten, fordert er.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Medien berichten über US-Beteiligung
Die US-Medien CBS News und Fox News melden inzwischen explizit US-Angriffe auf Ziele in Venezuela. US-Präsident Donald Trump habe die Angriffe genehmigt, berichtet CBS News unter Berufung auf US-Beamte.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Venezuela wirft USA »schweren militärischen Angriff« vor
Die venezolanische Regierung hat den USA einen »schweren militärischen Angriff« vorgeworfen. Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro habe den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Demnach wurden in Caracas »zivile und militärische Ziele« in den Regionen Miranda, Aragua und La Guaira im Umland der Hauptstadt getroffen.
Aufnahme soll einen Brand in Fuerte Tiuna, dem wichtigsten Militärstützpunkt des Landes, zeigen. Foto: Luis James/AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Videos sollen Explosionen zeigen
Online kursieren vielfach Videos, die Explosionen und Brände zeigen sollen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet ebenfalls von starken Explosionsgeräuschen. Der Vorfall habe gegen zwei Uhr Ortszeit (sieben Uhr MEZ) begonnen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach wiederholten US-Angriffen auf Boote vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Einsätzen auf dem venezolanischen Festland gesprochen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Anastasia Trenkler
Nachrichtenressort
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! In Venezuelas Hauptstadt Caracas hat es offenbar in der Nacht mehrere schwere Explosionen gegeben, nahe einer Militärbasis fiel der Strom aus. Videoaufnahmen sollen auch Hubschrauber über der Stadt zeigen. Über alle Entwicklungen informieren wir Sie in diesem Liveblog.
Rauch am Flughafen La Carlota. Foto: Matias Delacroix/AP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Mit Agenturen