Niko Bünten, Videojournalist:
»Moin Jürgen, sag mal, wartest du auf irgendwas?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Moin Niko! Nee, wir können gleich loslegen. Komm erst mal ran, von draußen siehst du ja fast nur Tarnfolie, aber hier drin, da gibt es echt was zu sehen. Schau mal, ein Lenkrad mit klassischen Tasten ohne irgendwelche Slider. Dann hier in der Mittelkonsole ein klassischer Drehregler für die Lautstärke. Und hier: Digitalcockpit zwar, aber im Retro-Look, die Instrumentengrafik. Mir gefällt das ziemlich gut – und gleich schauen wir uns das ganze Paket an, das ganze Auto. Wir drehen nämlich eine Runde mit dem neuen VW ID.Polo.
Das ist der neue VW ID.Polo. Wegen der scheckigen Tarnfolie sieht man noch nicht wirklich viel vom Design, was man aber sagen kann: Das Auto ist ziemlich genau ebenso groß wie der bekannte Verbrenner-Polo. Der wird übrigens auch weiterhin angeboten. Wir haben also vier Türen, eine große Heckklappe, fünf Sitzplätze, insgesamt einen kompakten Alltagswagen und soweit grundsätzlich keine Überraschung. Aber natürlich gibt es ein paar Neuheiten. Er ist das erste ID-Modell, das nicht nach einer Nummer wie ID.3 oder ID.7 benannt ist, sondern einen altbekannten Namen trägt: Polo. Dann ist er auch das erste Modell auf dem modularen Elektro-Baukasten MEB von Volkswagen, das mit Frontmotor und Frontantrieb daherkommt. Damit werden Platz, Bauteile und Gewicht eingespart. Das Auto wird also geräumiger, robuster und leichter.
Und schließlich: Die Einstiegsvariante des ID.Polo wird ab 24.990 Euro angeboten und damit rund 8.000 Euro billiger als das bislang günstigste VW-Elektromodell, der ID.3. Das heißt, dieser Wagen hier, der könnte tatsächlich sowas wie ein Elektro-Volkswagen werden. Und eigentlich muss er das auch, denn der Polo, der 1975 auf den Markt kam, der wurde bislang mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Und gleichzeitig hat VW angekündigt, dass es keine neuen Verbrenner-Kleinwagen mehr geben wird. Anders gesagt: Mit dem elektrischen ID.Polo geht VW bei den Kleinwagen all in. Und all in ist auch jetzt unser Stichwort, wir schauen uns nämlich drinnen um.
Der ID.Polo ist das erste Modell, das in der neuen VW-Design-Sprache Pure Positive gestaltet ist. Die soll Vertrauen und Sympathie ausstrahlen. Und wenn man sich umschaut, Vertrauen ausstrahlen – das tun beispielsweise diese analogen physischen Tasten hier auf dem Lenkrad oder hier auf der Armaturentafel diese Tastenleiste mit Kippschaltern für die Klimaanlage. Und Sympathie, die kommt durchaus von so hübschen Oberflächen wie hier, hier und hier, von großen Ablagen, wie hier – die wird noch ein bisschen hübscher gemacht, das ist noch Vorserie – und hier zwei Getränkehalter. Und auch sympathisch finde ich zumindest die Möglichkeit, dass man hier Retro-Optiken wählen kann, um die beiden Bildschirme zu gestalten. Dann hat man hier vorn drin eine Ansicht der Cockpit-Instrumente, die genauso aussieht wie beim Golf 1. So einen hatte ich übrigens mal, Niko.«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Oh, echt?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Und hier auf dem großen Touchscreen, da hat in der Retro-Ansicht zum Beispiel die Navigationskarte hier so scheinbare Papierfalten. Es gibt ein analoges Radio hier oben, und hier unten, das sieht aus wie bei einem Walzentacho. Also, Witz und Charme – und das sind beides keine Selbstverständlichkeiten in einem VW. Und jetzt wollen wir mal schauen, wie der ID.Polo fährt.
Zum Marktstart bietet VW den ID.Polo mit insgesamt drei Antriebskonfigurationen an und in unserem Testwagen, da steckt die erst mal stärkste Variante. Die setzt sich zusammen aus einem Akku mit einer Speicherkapazität von 52 Kilowattstunden und einer E-Maschine mit 155 kW Leistung, das entspricht 211 PS. Geladen werden kann der Akku mit bis zu 11 Kilowatt Wechselstrom und bis zu 130 Kilowatt Gleichstrom. Mit diesen Werten fährt der ID.Polo im soliden Mittelfeld der Kleinwagenklasse. Man muss aber wissen: Die Varianten mit den kleineren Akkus und den schwächeren Maschinen, die bieten weniger Ladeleistung und auch weniger Akkukapazität, also weniger Reichweite. Das bedeutet natürlich, dass dadurch einerseits der Einstiegspreis erst möglich wird, andererseits aber die Alltagstauglichkeit abnimmt.
Aus diesen durchschnittlichen Werten, die aus dem Datenblatt hervorgehen, da gelingt es VW allerdings, ein wirklich überdurchschnittliches Fahrgefühl zu machen. Das Auto liegt satt auf der Straße, es fährt sich flott, kein Wunder, wir haben ja auch die stärkste Variante, aber es fährt sich auch wirklich sehr angenehm, ausgereift und erwachsen. Und es bietet zum ersten Mal eine dreistufige Rekuperation. Die wird hier über diesen Lenkstockhebel verstellt und reguliert. In der stärksten Stufe, da bremst das Auto, wenn man den Fuß vom Fahrpedal nimmt, bis zum vollständigen Stillstand ab. Es ist also One-Pedal-Driving möglich. Das probieren wir gleich aus, denn wir wollen ja noch auf die Rückbank und in den Kofferraum schauen.
Der Blick in den Fond zeigt: Hier auf den Rücksitzen, da kann man recht bequem sitzen. Der Vordersitz ist für mich eingestellt und man sieht, ich habe hier noch ordentlich Knie- und Beinfreiheit, und auch nach oben die Kopffreiheit ist vorhanden und okay. Ansonsten ist es hier ziemlich schlicht gehalten. Es gibt beispielsweise keine Mittelarmlehne zum Ausklappen, hier nur eine ganz kleine Ablagebox und da immerhin zwei USB-C-Buchsen.
So, schauen wir noch unter die Heckklappe in den Kofferraum. Und da sieht man schon, dass es etwas gebracht hat, den Antrieb komplett nach vorn zu verlegen, nämlich mehr Platz hier hinten. 435 Liter passen rein, das sind 70 Liter mehr als beim aktuellen VW Golf. Hier unten gibt es noch, wie so oft, ein kleines Unterbodenfach und natürlich lassen sich die Rücksitzlehnen umlegen, dann wächst das Ladevolumen auf 1.243 Liter, und das ist immer noch ein Tick mehr als beim Golf. Einen Frunk gibt es nicht, denn unter der vorderen Haube, da steckt ja die komplette Antriebstechnik. So, und jetzt drehen wir noch eine Runde.
Wie lässt sich der VW ID.Polo einordnen? Vielleicht so: Wäre das Auto schon vor drei oder vier Jahren auf den Markt gekommen, die Elektromobilität in Deutschland wäre sicher schon ein oder zwei Schritte weiter. Denn ein alltagstaugliches, grundsolides Elektroauto von einem deutschen Hersteller zu einem erschwinglichen Preis, das fehlte bislang. Gut gefallen uns die ansprechende Ausstattung und Bediehnung, das gute Platzangebot für ein Vier-Meter-Auto und das europäische Konzept, denn sogar die Akkuzellen baut VW selbst.
Weniger gut gefallen uns, das, soweit man es bis jetzt erkennen kann, doch recht konventionelle Außendesign, dann, dass unser Testwagen mit stärkerer Maschine und größerem Akku rund 10.000 Euro mehr kosten wird als die Einstiegsvariante, und dass es sich noch ein bisschen hinzieht, bis das Auto endlich auf die Straßen kommt.«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Wann kommt das denn raus?«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»VW sagt im August oder September.
Niko, du siehst, der VW ID.Polo, der hat seine Zukunft noch vor sich. Für uns aber geht heute etwas zu Ende, denn nach mehr als sieben Jahren, weit mehr als 30.000 gemeinsam gefahrenen Kilometern und exakt 171 Videos war das heute die letzte Folge von »Wir drehen eine Runde«. Möchtest du noch ein Schlusswort sagen?«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Vielen Dank an die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer über die letzten Jahre.«
Jürgen Pander, Ressort Mobilität:
»Da kann ich mich nur anschließen. Vielen, vielen Dank. Und jetzt, was machen wir zwei? Ach komm, wir drehen noch eine kleine Runde.«
Niko Bünten, Videojournalist:
»Ja, komm, los geht's.«
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