SpOn 25.01.2026
14:04 Uhr

VW-Chef Blume knüpft Investitionen an Entlastung bei Zöllen


Volkswagen will nur dann erneut in den Vereinigten Staaten investieren, wenn die Zölle sinken. Konzernchef Oliver Blume hält Projekte sonst nicht für finanzierbar. Das gelte auch für das geplante Audi-Werk.

VW-Chef Blume knüpft Investitionen an Entlastung bei Zöllen

Der Volkswagen-Konzern knüpft nach Angaben seines Vorstandschefs Oliver Blume neue US-Investitionen an eine Entlastung bei ‌den Zöllen. »Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar«, sagte Blume dem »Handelsblatt«. Dies gelte auch für ein mögliches Audi-Werk in den USA. VW benötige kurzfristige Kostenentlastungen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.

Im Dezember hatte der Konzernchef erklärt, dass Überlegungen zu einem möglichen ‌US-Werk für die Tochter Audi maßgeblich von einer erheblichen finanziellen Unterstützung des amerikanischen ⁠Staates ‍abhingen, die es bislang nicht gebe. Audi prüft seit 2023 den Bau eines Werks in den USA. Als Grund wurden seinerzeit neue Subventionen in den Vereinigten Staaten genannt, die den Bau wirtschaftlich interessant machten.

Inzwischen setzt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump jedoch europäische Autobauer mit Zöllen unter Druck. Den VW-Konzern belastete das in den ersten neun Monaten 2025 mit rund 2,1 Milliarden Euro, wie Blume sagte. Das einst formulierte Ziel von zehn Prozent Marktanteil in den USA nannte Blume nun ein altes Ziel, heute müsse Volkswagen Schritt für Schritt vorangehen.

Zum Audi-Werk habe es einige Gespräche mit der Regierung in Washington gegeben, etwa mit Trump und seinem Handelsminister Howard Lutnick – aber noch ohne die benötigten Ergebnisse. »Wer investiert, Arbeitsplätze und Wertschöpfung schafft, der muss auch Vorteile auf der Kostenseite haben«, forderte Blume. »Wir bleiben offen für Lösungen, von denen beide Seiten profitieren.«

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Europas größter Autobauer hatte sich zum Jahresende auf einen anhaltenden Sparkurs eingestimmt. Finanzchef Arno Antlitz ​will die Investitionen in den kommenden Jahren ‌weiter drosseln. ⁠Sie sollen bis 2030 bei 160 Milliarden Euro liegen, das ist weniger als in früheren Investitionszyklen.

Die Kassen sind dennoch gut gefüllt: Trotz der Absatzschwäche in China, eines ⁠teuren Strategieschwenks bei Porsche und der Zölle von US-Präsident Donald Trump hat VW im vergangenen Jahr überraschend viel ‌Geld eingenommen. Der Barmittelzufluss im Autogeschäft ‍lag bei sechs Milliarden Euro und damit um eine Milliarde Euro ‍höher als noch 2024.

Das Unternehmen hatte selbst ‍nicht damit gerechnet. Grund für den höheren Barmittelzufluss ⁠war demnach ​unter anderem eine niedrigere Investitionsquote.

kig/Reuters/dpa