SpOn 17.12.2025
15:47 Uhr

VW: Eröffnet eigene Batteriezellproduktion in Salzgitter


Die VW-Tochter PowerCo startet heute ihre Batteriezellfertigung in Salzgitter. Der Automobilkonzern will so die Kosten seiner E-Autos senken. Noch sind die produzierten Stückzahlen allerdings bescheiden.

VW: Eröffnet eigene Batteriezellproduktion in Salzgitter

Volkswagen startet die eigene Batterieproduktion. In Salzgitter ist das erste Werk der Batterietochter PowerCo offiziell angelaufen, wie das Unternehmen mitteilte – pünktlich zum angekündigten Produktionsstart bis Ende 2025.

Seit Juli 2022 war an der Batteriezellfabrik auf dem Gelände des bisherigen VW-Motorenwerks gebaut worden. Mehr als eine Milliarde Euro wurde bisher investiert. Weitere Werke entstehen nach demselben Muster in Valencia in Spanien und in St. Thomas in Kanada. Sie sollen 2026 und 2027 anlaufen. Auch Tesla kündigte an, in Deutschland Batteriezellen anfertigen zu wollen.

Konzernchef Oliver Blume bezeichnete den Neubau als »starkes, technologisches Signal für Europa« und wichtigen Baustein seiner Konzernstrategie. »Als erster europäischer Automobilhersteller haben wir eine eigene Entwicklung und Produktion von Batteriezellen aufgebaut. Damit stärken wir unsere Position und Unabhängigkeit im globalen Wettbewerb.«

Noch sind die Stückzahlen bescheiden: Nur einige Hundert Batteriezellen pro Tag verlassen anfangs das Werk. Später sollen es allein in Salzgitter 60.000 bis 70.000 Zellen pro Tag sein. Die angepeilte Jahreskapazität liegt bei 20 Gigawattstunden, genug für etwa 250.000 E-Autos.

Die Batteriezellen aus Salzgitter sollen erstmals bei den neuen Elektro-Kleinwägen VW ID. Polo und Cupra Raval, die 2026 in Spanien anlaufen sollen, zum Einsatz kommen. Nach Spanien werden nun auch die ersten Zellen geliefert. »Dort gehen sie für finale Tests in die Fahrzeuge«, sagt Technikvorstand Thomas Schmall. »Der eigentliche Hochlauf der Produktion in Salzgitter erfolgt dann im nächsten Jahr, parallel zum Hochlauf der Fahrzeuge in Spanien.«

China dominiert die Batterieproduktion

»Die Batterie ist die Schlüsseltechnologie der E-Mobilität. Wer die Batterie beherrscht, der beherrscht das Auto«, betonte Schmall. Laut VW entfallen 30 bis 40 Prozent der gesamten Kosten eines E-Fahrzeugs allein auf die Batterie. Eine Einheitszelle für bis zu 80 Prozent aller E-Autos des Konzerns soll helfen, die Kosten zu senken.

Bisher dominieren hier Hersteller aus Asien, allen voran aus China. Vor allem die Pleite des schwedischen Herstellers Northvolt hatte Europas Batteriehoffnungen zuletzt ausgebremst.

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»Wenn der Gesamtbedarf langsamer wächst als ursprünglich geplant, dann wächst auch die PowerCo langsamer«, sagt Schmall. »Wir hängen am Hochlauf der E-Mobilität.« Und auch von den sechs Batteriefabriken, die der frühere Konzernchef Herbert Diess einst bauen wollte, ist längst keine Rede mehr.

Zweifel am Elektro-Kurs will PowerCo-Chef Frank Blome aber nicht aufkommen lassen. »Wir glauben an die Elektromobilität«, sagt er. Daran ändere auch die Diskussion über ein Aus für das Verbrenner-Aus in der EU nichts.

sei/dpa