SpOn 08.12.2025
06:56 Uhr

Uno drängt Taliban zu Aufhebung von Frauen-Zutrittsverbot in ihren Büros


Die Taliban führen Afghanistan mit harter Hand – und machen es vor allem Frauen schwer, ein freies Leben zu führen. Die Vereinten Nationen fordern nun mehr Rechte für ihre Mitarbeiterinnen.

Uno drängt Taliban zu Aufhebung von Frauen-Zutrittsverbot in ihren Büros

Seit mehr als vier Jahren regieren die islamistischen Taliban und haben das Land mit scharfen Regeln überzogen, die vor allem Frauen in ihren Freiheiten massiv beschneiden. In einem Fall versuchen sich nun die Vereinten Nationen zu wehren. Sie haben die Taliban aufgerufen, ein Zutrittsverbot für afghanische Mitarbeiterinnen in Uno-Büros aufzuheben. Das seit September geltende Verbot gefährde »lebensrettende Dienste« von Uno-Organisationen in dem Land, erklärte Susan Ferguson von der Uno-Behörde für Frauen in Afghanistan. Zudem verstoße es gegen die Menschenrechte und Gleichheitsgrundsätze.

Die Taliban hatten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bereits 2022 die Zusammenarbeit mit afghanischen Frauen verboten. 2023 weiteten sie die Maßnahme auf Uno-Behörden aus, tolerierten jedoch die Beschäftigung von Frauen in bestimmten Bereichen oder die Arbeit im Homeoffice.

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Seit September müssen nun alle afghanischen Mitarbeiterinnen der Uno von zu Hause aus arbeiten und dürfen die Büros von Uno-Einrichtungen in dem Land nicht mehr betreten. Betroffen sind nach Angaben aus Uno-Kreisen mehrere Hundert Frauen.

Unterstützung der Frauen unverzichtbar

Die Arbeit von Frauen sei für die Uno-Organisationen in Afghanistan unverzichtbar, betonte Ferguson: »Nur durch ihre Gegenwart können wir Frauen und Mädchen sicher erreichen und kulturell angemessene Hilfe leisten.« Im September hatte bereits das Uno-Flüchtlingshilfswerk die Auszahlung von Hilfszahlungen an heimkehrende Afghanen eingestellt, weil sie zurückkehrende Frauen ohne einheimische weibliche Mitarbeiterinnen nicht mehr befragen konnte.

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt und von jahrzehntelangem Krieg gezeichnet. Im Sommer 2021 kehrten die radikalislamischen Taliban inmitten des Abzugs westlicher Streitkräfte an die Macht zurück. Sie riefen ein islamistisches Emirat aus und setzen seither eine strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch. Grundrechte, insbesondere Frauenrechte, wurden seither massiv eingeschränkt. Viele Staaten und Organisationen fuhren ihre Hilfe für das Land zurück.

mrc/AFP